Adipotide: Pille zum Abnehmen zerstört Fettzellen

Adipotide, eine Pille, die künftig beim Abnehmen helfen soll, stoppt die Blutzufuhr zu lebendem Gewebe und verhindert damit die Sauerstoff- und Nahrungsversorgung der Zellen. Für die entsprechenden Zellen bedeutet dies den Tod. Ein amerikanisches Forscherteam der University of Texas in Houston hat dieses Vorgehen nun an Fettzellen getestet, mit dem Ergebnis, dass die Fettzellen abstarben.

In einer Analyse von 97 Studien mit rund drei Millionen Probanden wurde nun festgestellt, dass leichtes Übergewicht auch Gutes bewirken kann. Pasqualini und Arap warnen vor den gefährlichen Nebenwirkungen von Appetitzüglern. Erst kürzlich begann die Europäische Arzneimittelagentur mit einer Untersuchung des Fettaufnahmeblockers Orlistat, der aufgrund seiner Einnahme zu Leberschäden führen soll. Bereits 2010 wurde der Appetitzügler Sibutramin vom Markt genommen, weil dieser das Infarkt- und Schlaganfallrisiko steigerte. photocase.com © Miss X

Die so genannten Adipotide wurden bereits über Jahre hinweg an Mäusen getestet. Der Einsatz der Pille führte zu einem Gewichtsverlust von rund 30 Prozent. Nun gelang es, denselben Effekt auch bei Rhesus-Affen, die zu Fettpolstern neigen, zu wiederholen. Die Tiere verloren rund 11 Prozent an Gewicht. Rechnet man diesen Erfolg auf einen übergewichtigen Erwachsenen um, so könnte dies 10 bis 15 Kilogramm Körpergewicht bedeuten. Da der Stoffwechsel von Rhesus-Affen und Menschen sehr ähnlich sind, zeigt sich Studienleiterin Renata Pasqualini optimistisch, dass das Medikament Adipotide als Pille auch bald für Menschen eine Alternative beim Abnehmen darstellen könnte. Bereits für 2012 sei eine klinische Studie an Patienten mit Prostatakrebs geplant, die aufgrund ihrer Hormontherapie zu viel Depotfett aufgebaut haben.

Gemeinsam mit Co-Studienleiter Wadih Arap arbeitet Pasqualini bereits seit vielen Jahren an der Entwicklung von Krebsmedikamenten und suchten dabei auch eine Möglichkeit, die Verfettung ihrer Patienten aufzuhalten oder umzukehren. Während die meisten Medikamente auf den Appetit oder die Absorption von Fett im Darm abzielen, wollen die beiden Forscher mit Adipotide direkt an den Fettzellen ansetzen. Die Nebenwirkungen sollen im Gegensatz zu den bisherigen Methoden deutlich geringer sein.

Pasqualini und Arap warnen vor den gefährlichen Nebenwirkungen von Appetitzüglern. Erst kürzlich begann die Europäische Arzneimittelagentur mit einer Untersuchung des Fettaufnahmeblockers Orlistat, der aufgrund seiner Einnahme zu Leberschäden führen soll. Bereits 2010 wurde der Appetitzügler Sibutramin vom Markt genommen, weil dieser das Infarkt- und Schlaganfallrisiko steigerte.

Bei den Tieruntersuchungen mit Adipotide seien nur sehr geringe Nebenwirkungen festgestellt worden, da das Medikament nur auf bestimmte Blutgefäße getrimmt ist. Die Versuchsaffen blieben nach Angaben der Forscher munter und aufmerksam. Zudem schlug den Affen die Therapie nicht auf den Appetit. Lediglich die Nierenfunktionswerte änderten sich leicht. Nach Versuchsende seien die Werte aber schnell wieder normal geworden, heißt es.

Das ehemalige Körpergewicht kehrte bei den Affen indes nicht umgehend zum Startwert zurück. Bei den meisten Tieren habe sich der Gewichtsverlust sogar noch um mehrere Wochen weiter fortgesetzt.

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