Test: Personenwaagen & Körperfettwaagen im Vergleich

Sie ist der wichtigste Begleiter auf dem Weg zum Idealgewicht: die Waage. Nur durch regelmäßige Gewichtskontrolle kann man überprüfen, ob eine Ernährungsumstellung oder Diät auch wirklich die gewünschte Wirkung zeigt. Doch Waage ist nicht gleich Waage: Moderne Personenwaagen zeigen längst nicht mehr nur das reine Körpergewicht an, sondern sagen auch etwas über den Körperfett- und Muskelanteil aus. Viele Hersteller haben sich den Wünschen ihrer Kunden angepasst und ihre Produkte mit verschiedenen Extras ausgestattet. Hightech-Körperanalyse oder doch lieber die gute alte Federwaage? – Wir haben die Vor- und Nachteile der verschiedenen Arten zusammengestellt. Im Test: Digitale Personenwaagen, mechanische Personenwaagen und Körperfettwaagen. Welche Modelle es in die Liste der TOP 3-Geräte geschafft haben und was man beim Kauf beachten sollte, zeigt unser Personenwaagen Vergleich und Test.

Sind wiedermal ein paar Kilos extra auf der Waage, geht der Stress schon morgens im Bad los. Da hilft nur eins: Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. istockphoto.com © webphotographeer
Inhaltsverzeichnis

Digitale Personenwaagen: die Vor- und Nachteile

Digitale Personenwaagen sind mittlerweile weit verbreitet. Die Funktionsweise ist der einer herkömmlichen Federwaage sehr ähnlich. Statt einer Feder misst ein so genanntes piezoelektrisches Element die Körpermasse. Wirkt eine Kraft auf das Element, verändert sich die innere Spannung. Die Messergebnisse sind auf 100 Gramm genau und werden auf einem Display angezeigt. Wer eine Köperfettwaage kaufen möchte, sollte etwas tiefer in die Tasche greifen. Gerade bei zusätzlichen Features deckte unser Personenwaagen Test immer wieder Schwachstellen auf. Voll funktionstüchtige Waagen sind erfahrungsgemäß im oberen Preissegment angesiedelt. Wir empfehlen, sich bei der Entscheidung Zeit zu nehmen und die einzelnen Produkte mit ihren unterschiedlichen Zusatzfunktionen ausführlich zu vergleichen.

Vorteile:

  • Schönes, ansprechendes Design
  • Sehr exakte Messung
  • Verschiedene, zusätzliche Funktionen

Nachteile:

  • Störungsanfällig
  • Schwierige Handhabung
  • Höhere Preise

Mechanische Personenwaagen: die Vor- und Nachteile

Sie sind die einfachste Möglichkeit, sein Gewicht zu bestimmen: analoge Personenwaagen. Bei dieser Art von Waage kommt das „Hooksche Gesetz“ zum Tragen, nach welchem sich die elastische Verformung proportional zur einwirkenden Belastung verhält. Tritt man auf die Wiegefläche, wird eine Feder aktiviert. Auf einer Drehskala lässt sich dann das Gewicht ablesen. Die Ergebnisse hier sind jedoch nur auf 500g oder sogar 1000g genau. Differenzierte Körperanalysen bezüglich der Muskelmasse, dem Fettanteil oder des Wassergehalts sind nicht möglich. Dafür kommen diese Messgeräte ganz ohne Batterien oder gar Strom aus. Die mechanischen Personenwaagen in unserem Test sind besonders für Familien mit Kindern geeignet, da die Produkte äußerst solide sind und einiges aushalten. Der Preis für einfache Modelle liegt bei weniger als 20 Euro. Die Produktion dieser Messgeräte geht immer weiter zurück, die Suche nimmt daher wahrscheinlich etwas mehr Zeit in Anspruch.

Vorteile:

  • Schnelles Messergebnis
  • Leicht zu bedienen
  • Lange Haltbarkeit

Nachteile:

  • Ungenau Messung
  • Fehlende zusätzliche Features

Körperfettwaagen: die Vor- und Nachteile

In unserem Test dürfen natürlich auch Körperfettwaagen nicht fehlen. Hersteller wie Soehnle haben sich den Bedürfnissen ihrer Kunden und den Erkenntnissen der Wissenschaft angepasst, denn nur das Gewicht, das ein Mensch auf die Waage bringt, oder der reine Body-Mass-Index sagen nichts über seinen Gesundheitszustand aus oder ob er übergewichtig ist. Ganzkörperanalysewaagen berücksichtigen zum Beispiel den Umstand, dass Muskeln schwerer sind als Fett. Moderne Analysegeräte sind multifunktional und deshalb aussagekräftiger. Den Messungen liegt die Bioelektrische Impendanz-Analyse zugrunde. Erst nachdem der Nutzer persönliche Angaben zu seinem Alter, Geschlecht und Größe gemacht hat, beginnt das Wiegen. Das Körperanalysegerät leitet ein elektrisches Signal durch den Körper und bestimmt so den bioelektrischen Widerstand, der bei Muskelmasse und Körperfett unterschiedlich ist. Die Körperfettwaage muss deshalb unbedingt barfuß benutzt werden.

Ein großes Manko bei vielen Waagen, die zur Messung des Körperfett- und Muskelanteils eingesetzt werden, ist jedoch die Ungenauigkeit. Bei all unseren getesteten Geräten wird der schwache Strom nur durch die Beine geleitet und nicht durch den Oberkörper, was ungenaue Ergebnisse zur Folge hat. Für eine genaue Messung müssen auch zusätzlich an den Händen Elektroden angebracht sein. Zur Grundausstattung der Geräte gehören die Ermittlung von Körperfett, Wassergehalt und Muskelanteil. Die Körperfettwaagen, die im Handel zu kaufen sind, bieten meist Speicherplatz für verschiedene Profile und ermöglichen eine grafische Auswertung sowie teilweise die Verbindung zu einem anderen Speichergerät.

Vorteile:

  • Ganzkörperanalysen
  • Grafische Auswertungen

Nachteile:

  • Teilweise schwankende Messungen
  • Komplizierte Handhabung
  • Zeitintensive Bedienung

Digitale Personenwaagen im Test: die TOP 3

1. Soehnle 61350 PWD SilverSense (Bewertung: 5 von 5)

  • Maximal messbares Gewicht: 150kg
  • Feineinteilung: in 100g
  • Material: Aluminium und lackiertes Sicherheitsglas
  • Funktionen: Automatische Ein- und Ausschaltfunktion, Messungen in kg/st/lb
  • Preis: ab 22 Euro

2. Grundig PS 4110 (Bewertung: 4 von 5)

  • Maximal messbares Gewicht: 180kg
  • Feineinteilung: in 100g
  • Material: Bambusholz
  • Funktionen: beleuchtetes LCD-Display mit großen Ziffern, Automatische Ein- und Ausschaltfunktion, Messungen in kg/st/lb, aus natürlichem Bambus
  • Preis: ab 22 Euro

3. Omron HN289 (Bewertung: 4 von 5)

  • Maximal messbares Gewicht: 150kg
  • strong>Feineinteilung: in 100g
  • Material: Glas und Plastik
  • Funktionen: Automatische Ein- und Ausschaltfunktion, Messungen in kg/st/lb, mit 22mm sehr flach, in vier Farben erhältlich
  • Preis: ab 19 Euro

Mechanische & analoge Personenwaagen im Test: die TOP 3

1. Karcher Libro Retro (Bewertung: 5 von 5)

  • Maximal messbares Gewicht: 136kg
  • Feineinteilung: in 500g
  • Material: Kunststoff und Chrom
  • Funktionen: Schieber zur Kennzeichnung von Gewichten, Antirutsch-Oberfläche
  • Preis: ab 35 Euro

2. ADE BM 702 Felicitas (Bewertung: 5 von 5)

  • Maximal messbares Gewicht: 160kg
  • Feineinteilung: in 1000g
  • Material: Metall
  • Funktionen: Manuelle Nullstellung
  • Preis: ab 30 Euro

3. Weinberger 44275 (Bewertung: 4 von 5)

  • Maximal messbares Gewicht: 136kg
  • Feineinteilung: in 1000g
  • Material: Metall
  • Funktionen: Manuelle Nullstellung
  • Preis: ab 29 Euro

Körperanalyse- und Körperfettwaagen im Test: die TOP 3

1. Soehnle 63350 Pwd Pharo 200 Analytic (Bewertung: 5 von 5)

  • Maximal messbares Gewicht: 200kg
  • Feineinteilung: in 100g
  • Material: Sicherheitsglas
  • Funktionen: Messung von Körperfett, Muskelmasse und Gesamtkörperwasser, BMI-Anzeige, 8 Benutzerspeicher
  • Preis: ab 33 Euro

2. Beurer BG 40 (Bewertung: 4 von 5)

  • Maximal messbares Gewicht: 150kg
  • Feineinteilung: in 100g
  • Material: gebürstetes Edelstahl
  • Funktionen: Messung von Körperfettanteil mit feingliedriger Interpretation, Muskelanteil, Gesamtkörperwasser, Knochenmasse sowie Kalorien- und Aktivitätsumsatz, 10 Benutzerspeicher mit je 5 Messwertspeichern
  • Preis: ab 37 Euro

3. Ozeri ZB13 Touch (Bewertung: 4 von 5)

  • Maximal messbares Gewicht: 200kg
  • Feineinteilung: in 100g
  • Material: Glas
  • Funktionen: Messung von Körperfettanteil, Muskelanteil, Gesamtkörperwasser sowie Knochenmasse, 8 Benutzerspeicher, Touch Screen Funktionsknöpfe
  • Preis: ab 40 Euro

Personenwaagen kaufen: Darauf sollte man achten

Vor dem Kauf einer Waage sollte man sich darüber Gedanken machen, welche Funktionen man unbedingt nutzen möchte. Für Sportler oder Menschen, die abnehmen möchten und ihr Gewicht genau überwachen wollen, eignen sich Körperfettwaagen am besten. Körperanalysegeräte bieten die Möglichkeit, neben dem Gewicht auch noch andere Kenngrößen zu ermitteln und zu speichern und gewährleisten somit eine detaillierte Analyse. Für Menschen, die sich nur ab und zu auf die Waage stellen, reichen analoge Modelle vollkommen aus. Besonders für Familien mit Kindern sind diese einfachen Geräte zu empfehlen, da sie sehr robust und einfach zu bedienen sind. Das Angebot an Messungsgeräten ist mittlerweile groß und meist gibt es große Preisunterschiede. Wer ein Gerät mit einer umfangreichen Ausstattung haben möchte, muss meist ein wenig mehr bezahlen.

Material und Verarbeitung
Wer sich eine Personenwaage mit langer Haltbarkeit kaufen möchte, sollte den Fokus auf das Material und die Verarbeitung legen. Viele der elektronischen Körperwaagen werden aus Aluminium und Sicherheitsglas gefertigt und machen somit nicht nur optisch etwas her, sondern sind auch strapazierfähig. Der Vorteil bei Glas ist die einfache Reinigung. Das getestete Modell von Grundig zum Beispiel besitzt eine Wiegefläche aus natürlichem Bambus, ist deshalb schön angenehm am Fuß und noch dazu ein richtiger Hingucker. Besonders edel ist die Körperfettwaage von Beurer mit ihrem modernen Design und der Oberfläche aus gebürstetem Edelstahl.

Markenprodukt oder No Name
Modelle von Markenherstellern kosten häufig mehr, können aber meist mit einer höheren Qualität punkten. Der Vorteil beim Kauf eines Markenprodukts ist es, dass man leichter an Ersatzteile oder Zubehör kommt. Doch auch günstigere No Name-Produkte sind keine schlechte Wahl. Wichtig ist, dass die Messgeräte mit einem TÜV-Zeichen versehen sind.

Maximale Belastungsgrenze
Besonders für Schwergewichte ein wichtiger Punkt: das Maximalgewicht. Wird die angegebene Belastungsgrenze überschritten, kommt es schnell zu Verschleiß. Unsere TOP 3 unter den mechanischen Personenwaagen sind alle immerhin bis zu 136kg belastbar, bei den digitalen Modellen liegt das Maximalgewicht meist bei 150 bis 180kg. Für unseren Testsieger von Soehnle im Bereich Körperanalysewaagen sind sogar 200kg kein Problem.

Genauigkeit
Wie genau eine Waage das gemessene Gewicht angibt, ist von der Skalierung abhängig. Wer seine Werte so genau wie möglich wisse will, sollte zu einer Körperfettwaage von Soehnle oder Ozeri greifen. Diese Geräte können das Gewicht bis zu 100g genau angeben. Analoge Varianten geben das Gewicht hingegen meist nur auf 1000g oder höchstens 500g genau an. Diese ungefähre Angabe reicht vielen Verbrauchern jedoch aus.

Bedienbarkeit
Für viele ist beim täglichen Gang auf die Waage vor allem eine einfache Bedienbarkeit wichtig. Einige Geräte verfügen über eine automatische Ein- und Ausschaltfunktion, wodurch ein Antippen mit dem Fuß entfällt und der Wiegevorgang sofort bei Betreten beginnt. Bei der Analyse der verschiedenen Körperwerte sollten die persönlichen Daten schnell und unkompliziert eingegeben können.

Anzeige
Das Ablesen der Messwerte fällt bei analogen Personenwaagen teilweise schwer. Einfacher ist es da bei digitalen Displays in angemessener Größe wie beim Testsieger Soehnle. Die Anzeigen der Modelle von Grundig und Ozeri sind sogar blau beleuchtet, was die Lesefähigkeit zusätzlich begünstigt.

Sicherheit
Eines sollte bei der Auswahl besondere Berücksichtigung finden: die Sicherheit. Die Wiegefläche sollte in jedem Fall aus rutschfestem Material sein. Gerade, wenn man sich nach dem Duschen oder Baden mit leicht feuchten oder nassen Füßen auf die Waage stellt, besteht bei einer zu glatten Oberfläche Verletzungsgefahr.

Batterien
Das Thema Batterien ist natürlich nur im Fall elektronischer Analysegeräte von Relevanz. Wer sich eine solche Personenwaage kaufen will, sollte darauf achten, dass keine Spezialbatterien, sondern zum Beispiel AAA Micro Batterien verwendet werden, die im Handel leicht erworben werden können. Punkten konnten in diesem Fall Grundig und Beurer mit ihren Köperanalysegeräten.

Unser Personenwaagen Test-Fazit

Unser Vergleich verschiedener Messgeräte hat gezeigt, dass für jeden Bedarf das richtige Produkt dabei ist. Will man nur ab und zu sein Gewicht überprüfen, reichen mechanische und analoge Personenwaagen vollkommen aus, bei regelmäßiger Nutzung sind digitale Körperanalysen zu empfehlen. Beim Kauf sollte nicht immer der Preis entscheidend sein, sondern vor allem die Qualität der verarbeiteten Materialen stimmen, um eine sichere und lange Benutzung zu gewährleisten. Letztendlich ist es vom persönlichen Geschmack abhängig, ob man besonderen Wert auf das Design legt, oder einem die einfache Bedienbarkeit am Wichtigsten ist. Als Verbraucher sollte man sich genügend Zeit für die Auswahl nehmen, um zum Schluss die individuell perfekt passende Waage für sich zu finden.

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