Viagra soll beim Abnehmen helfen

Viagra soll nach neusten Erkenntnissen beim Abnehmen helfen. Die kleinen blauen Pillen dienen also nicht nur zur Potenzsteigerung.

Hüftspeck ist nicht nur unschön anzusehen, sondern auch schwer loszuwerden. Der beste Weg dem lästigen Hüftgold den Kampf anzusagen, ist die richtige Ernährung und ein gezieltes Sportprogramm. photocase.com © monarchin
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Forscher der Universität Bonn entdeckten jetzt einen Signalweg des Potenzmittels, der auch überflüssige Pfunde bekämpfen könnte. Bei Versuchen an Mäusen machten die Wissenschaftler eine überraschende Beobachtung: Offenbar werden unerwünschte weiße Fettzellen vom Potenzmittel Viagra ganz einfach umgewandelt. Möglicherweise könnte Übergewicht somit einfacher bekämpft und das Risiko für Folgeerkrankungen von Adipositas gesenkt werden. Die Ergebnisse wurden im "The Journal of the Federation of American Societies for Experimental Biology"(FASEB) veröffentlicht.

Viagra könnte Hüftgold schmelzen lassen

Forscher der Universität Bonn fanden bei Versuchen mit Mäusen Erstaunliches heraus: Das Potenzmittel Viagra soll neben der potenzsteigernden Wirkung auch unerwünschte Fettzellen verschwinden lassen. Wie "Welt Online" berichtete, soll sich lästiges Hüftgold demnach ganz einfach „abschmelzen“ lassen. Das Potenzmittel Sildenafil, besser bekannt als Viagra, soll fettleibigen Mäusen bei der Gewichtsabnahme geholfen haben. Nahmen die Mäuse über einen längeren Zeitraum Sildenafil ein, fand eine Gewichtsreduktion statt. Ob die Ergebnisse allerdings auch auf den Menschen übertragbar sind, ist bislang unklar.

Fettzellen werden umgewandelt

Gemeinsam mit dem Pharmazentrum der Universität Bonn, dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) testete das Team um Professor Pfeifer die Wirkung des Potenzmittels auf die Fettzellen der Nager. Über sieben Tage hinweg wurde den Mäusen Sildenafil verabreicht. Laut Dr. Ana Kilic, Mitarbeiterin von Prof. Pfeifer, waren die Effekt erstaunlich. Die weißen Fettzellen der Tiere wurden in beige Fettzellen umgewandelt. Weiße Fettzellen sind die Fettzellen, die auch in den menschlichen Fettpölsterchen stecken. Beige Fettzellen hingegen verbrennen Nahrungsenergie und setzen diese in Wärme um. Da genau diese beigen Zellen ungewolltes Fett ganz einfach abschmelzen lassen und somit Fettleibigkeit den Kampf ansagen können, sind sie der neue Hoffnungsträger vieler Wissenschaftler.

Einfluss auf Entzündungsreaktionen

Außerdem machten die Forscher der Universität darüber hinaus noch eine äußerst interessante Entdeckung. „Mästet“ man weiße Fettzellen weiter, können diese bei zunehmender Größe auch Botenstoffe ausschütten. Diese Botenstoffe können für die Gesundheit problematische Entzündungen verursachen. Entstehen solche Entzündungen, können Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Krebs, Diabetes, Herzinfarkte oder Schlaganfälle hervorgerufen werden. Prof. Pfeifer berichtete, dass das Potenzmittel bei den Nagern dafür sorgte, dass die Fettzellen nicht so einfach auf die schiefe Bahn gerieten. Insgesamt schien die Entwicklung der weißen Zellen gesünder zu verlaufen. Der Wirkstoff des Potenzmittels könnte somit also zusätzlich das Risiko für Folgeerkrankungen von Fettleibigkeit verringern.

Weltweit über eine halbe Milliarde Übergewichtige

Über eine halbe Milliarde Menschen weltweit leiden an Übergewicht. Aus der Studie ergeben sich vor diesem Hintergrund interessante Ansatzpunkte für die Wirkstoffforschung. So können laut Prof. Pfeiffer nicht nur Erektionsprobleme gemindert, sondern auch Risiken von Übergewicht positiv beeinflusst werden. Möglicherweise haben die Forscher der Universität Bonn mit ihrer Studie einen Hebel gefunden, mit dem sich die unerwünschten Fettzellen umwandeln lassen. Überflüssigen Pfunden könnte somit schneller und vor allem einfacher der Kampf angesagt werden. Durch weitere Untersuchungen soll nun erwiesen werden, ob sich zusätzlich auch das Risiko für Folgeerkrankungen der Fettleibigkeit verringern ließe, so Dr. Kilic.

Vorsicht bei der Anwendung von Viagra

Die Forscher warnen jedoch davor, bei überflüssigen Pfunden zu Sildenafil zu greifen. Prof. Pfeifer betont, dass sie sich im Stadium der Grundlagenforschung befänden und die Untersuchungen bislang ausschließlich an Mäusen durchgeführt wurden. Allgemein sind die Nebenwirkungen von Viagra nicht zu unterschätzen. Besonders für Personen, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, kann Viagra tödlich enden. Außerdem kann es durch die Einnahme des Potenzmittels zu Bluthochdruck, Sehstörungen, Kopf- oder Muskelschmerzen kommen.

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