Atkins-Diät

Wenig Kohlenhydrate, dafür viel Fett und Eiweiß – Diesem Prinzip folgt die bereits seit den 70er Jahren etablierte Atkins-Diät. Doch was steckt eigentlich hinter dem Low-Carb-Konzept? Von der Durchführung über wissenschaftliche Studien bis hin zu langfristigen Erfolgschancen – Dieser Diättest beleuchtet alle wichtigen Aspekte der Atkins-Diät und verrät euch, ob man damit wirklich abnehmen kann oder lieber zu einer anderen Diätmethode greifen sollte. Du suchst nur nach einer kurzen Bewertung? – Dann reicht auch schon ein Blick auf unsere Stern-Skala.

Fleisch ist ein guter Energieliferant und sollte deshalb besonders bei der Ernährung von Kindern keinesfalls fehlen. photocase.com © benicce
Inhaltsverzeichnis

Übersicht

Die Atkins-Diät wurde bereits Anfang der 70er Jahre von dem Arzt Robert Atkins (1930-2003) erfunden. Durch seine Diät löste Atkins in den Vereinigten Staaten einen regelrechten Low-Carb-Trend aus. Während der Diät liegt der Fokus auf Fetten und Eiweißen, wobei Kohlenhydrate eher weniger in den Mahlzeiten enthalten sind. Lebensmittel wie Käse, Wurst, Speck, Fisch, Eier und Sahne sind somit oft auf dem Speiseplan der Atkins-Diät zu finden, Gemüse dagegen eher weniger. Spaghetti, Brot und Reis werden also ganz einfach durch fett- und eiweißhaltige Kost wie Milchprodukte und Fleisch ersetzt. Die kohlenhydratarme und fett- und eiweißreiche Diät soll laut Dr. Atkins den Stoffwechsel von Übergewichtigen in Schwung bringen und somit die Pfunde purzeln lassen.

Das Konzept der Atkins-Diät wurde über die Jahre hin überarbeitet und enthält mittlerweile einen sogenannten Vier-Stufen-Plan. Während dieser vier Phasen werden Kohlenhydrate am Anfang fast komplett verboten, danach wird die Menge langsam Schritt für Schritt wieder gesteigert und in den Speiseplan aufgenommen. Ansonsten bilden tierische und pflanzliche Fette sowie Eiweiß den Grundstein der Diät.

Wir haben uns die Atkins-Diät einmal genauer angesehen und hinsichtlich der Durchführung, der Umsetzung im Alltag, der Wissenschaftlichkeit, der Integration von Bewegung & Sport, sowie der langfristigen Wirkung untersucht.

Vorteile

  • kein Kalorienzählen nötig
  • kein Hungergefühl  

Nachteile

  • viele fettreiche Lebensmittel, die gesundheitliche Folgeschäden verursachen können
  • Versorgung mit Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen nicht gewährleistet  

Erlaubt

  • fettreiche Lebensmittel
  • keine Mengenbeschränkung  

Nicht erlaubt

  • Kohlenhydrate (am Anfang verboten, danach nur in Maßen)
  • nicht für Vegetarier geeignet  

Gesamtbewertung

bewertet mit 2 von 5 Sternen

  • Vorgehensweise
  • Umsetzung im Alltag
  • Wissenschaftlichkeit
  • Berücksichtigung von Sport
  • Langfristige Wirkung

Vorgehensweise

bewertet mit 2 Sternen

Um mit der Atkins-Diät einen effektiven Abnehmerfolg zu erzielen, sollte der Diätwillige nach dem Vier-Stufen-Modell vorgehen: Zu Beginn der Phasen ist es das Ziel, den Konsum von Kohlenhydraten einzuschränken. Während der darauffolgenden Phasen wird der Abnehmende langsam wieder an den Konsum der Kohlenhydrate herangeführt. In der ersten Phase der Atkins-Diät, auch „Einleitungsphase“ genannt, sollen zwei Wochen lang nicht mehr als 20 Gramm an Kohlenhydraten täglich zu sich genommen werden. Zur Berechnung der genauen Kohlenhydratmenge können Taschenrechner und Waage zu Hilfe genommen werden. Des Weiteren gibt es zahlreiche Kohlenhydrattabellen, von denen sich die Werte ganz einfach ablesen lassen. Alle anderen Lebensmittel sind hingegen ohne Begrenzung erlaubt. Die darauffolgende Reduktionsphase erlaubt bereits mehr Kohlenhydrate. In der ersten Woche der zweiten Phase wird die Kohlenhydratmenge um fünf Gramm erhöht. Dies wird Woche für Woche nun so lange fortgesetzt, bis weiterhin eine Gewichtsreduktion stattfindet. Während dieser Phase wird sich der kritischen Kohlenhydratmenge genähert. Die kritische Kohlenhydratmenge ist die Menge an Kohlenhydraten, mit der man weiterhin an Gewicht verliert. Merkt man, dass keine Gewichtsreduktion mehr stattfindet, sollte die tägliche Menge an Kohlenhydraten wieder heruntergeschraubt werden. Da die Atkins-Diät keine ausgewogene Ernährung beinhaltet, sollte während der zweiten Phase auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgegriffen werden, um eventuelle Mangelerscheinungen zu vermeiden. Die dritte Phase des Diätplans sollte vor Erreichen des Zielgewichts begonnen werden. Sie lässt sich als Vorbereitungsphase auf die vierte und letzte Phase ansehen. In dieser Zeit wird die tägliche Menge an Kohlenhydraten auf zehn Gramm pro Woche erhöht. Die Abnehmenden sollten sich dabei im Klaren sein, dass nun nur noch ein langsamer Gewichtsverlust vonstattengeht. Stoppt die Gewichtreduktion, sollte man zurück zu Phase zwei gehen. Ist das Wunschgewicht erreicht, ist man endlich bei Phase vier angelangt. Die vierte Phase ist als eine lebenslange Ernährungsform anzusehen. Mit ihr soll das erreichte Gewicht gehalten werden. Dabei sollte dauerhaft nach dem Atkins-Diätplan gelebt werden, das heißt viel Fett und Eiweiß, wenig Obst und Gemüse verzehrt werden. Wichtig ist, dass die Menge an Kohlenhydraten immer so lange gesteigert werden darf, bis man wieder mehr Kilos auf der Waage entdeckt.

Umsetzung im Alltag

bewertet mit 2 Sternen

Die Atkins-Diät bringt auf den ersten Blick keinerlei Verzichte mit sich, lediglich auf die Menge von Kohlenhydraten sollte geachtet werden. Menschen, die gerne Brot, Nudeln oder Reis essen und nur schwer darauf verzichten können, sollten lieber eine andere Diät wählen. Auch für Obst- und Gemüseliebhaber könnte der Atkins-Diätplan eine Herausforderung werden. Da kein lästiges Kalorienzählen vonnöten ist, lässt sich die Diät auch für Berufstätige ganz einfach umsetzen. Plant man allerdings, mit der gesamten Familie eine Diät durchzuziehen, sollte man sich lieber eine andere Ernährungsform auswählen. Besonders für Kinder, die noch im Wachstum sind, ist die Diät nämlich nicht zu empfehlen. Da für die Rezepte der Atkins-Diät herkömmliche Lebensmittel verwendet und auch keine außergewöhnlichen Gewürze benötigt werden, lässt sich ohne Weiteres im vertrauten Supermarkt einkaufen. Viele Bringdienste und Restaurants gehen ebenfalls gerne auf die Wünsche ihrer Kunden ein und lassen auf Nachfrage kohlenhydrathaltige Beilagen ganz einfach weg oder tauschen diese durch andere aus. Somit ist auch das Auswärtsessen während der Atkins-Diät kein Problem. Um Mangelerscheinungen zu vermeiden sind während der Diät – wie bereits erwähnt – Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen. Es muss allerdings etwas mehr Geld für die Präparate mit eingerechnet werden.

Wissenschaftlichkeit

bewertet mit 1 Stern

Studien belegen zwar den Erfolg der Diät von Dr. Atkins, jedoch ist dies vor allem auf die Reduzierung der Kalorienmenge zurückzuführen. Die geringe Kohlenhydratmenge ist kritisch zu betrachten: Gehirn und Muskeln brauchen diesen Nährstoff. Wird er dem Körper also nur geringfügig zugeführt, kann es schnell zu unangenehmen Muskelkrämpfen kommen. Dem hohen Anteil an tierischem Fett und Eiweißen ist ebenfalls kritisch entgegenzusehen. Das Cholesterin im Körper kann dadurch gesteigert werden, was wiederum erhöhte Bluttfett- und Harnsäurewerte zur Folge haben kann. Sind diese Werte zu hoch, läuft der Abnehmende Gefahr, an Gicht oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken. Atkins stützt sich auf den Vorgang der Ketose: Fehlen Kohlenhydrate für den Energiestoffwechsel, werden Fettsäuren in der Leber in Ketonkörper umgewandelt, um   Energiebereitschaft zu gewährleisten. Jedoch kann eine zu hohe Bildung von Ketonen unter anderem zu Niereninsuffizienz, Leberschäden, Verstopfung, Bluthochdruck und Gicht führen, da die Ketonkörper nicht ausreichend ausgeschieden werden können. Die spezielle Ernährungsform der Atkins-Diät kann zudem die Triglyzeridwerte erhöhen. Hat man zu hohe Triglyzeridwerte im Blut, steigt das Risiko, an Arteriosklerose und Thrombose zu erkranken. Meist haben auch Menschen, die unter Übergewicht, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen leiden, sowieso schon einen erhöhten Triglyzeridwert. Da der Körper während der Atkins-Diät außerdem dauerhaft einer hohen Zufuhr an Eiweißen ausgesetzt ist, könnte dies eine Belastung der Nieren bedeuten.

Berücksichtigung von Sport

bewertet mit 2 Sternen

Um einen optimalen Gewichtsverlust zu erreichen, berücksichtigt der Diätplan der Atkins-Diät auch ein regelmäßiges Sportprogramm. Zwei- bis dreimal wöchentlich sollte Ausdauersport wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren betrieben werden. Stark übergewichtige Personen sollten lieber Schwimmen gehen als Joggen, um die Gelenke zu schonen. Zusätzlich ist auch noch ein Krafttraining vorgesehen. Auch da sollten sich stark Übergewichtige oder aber sportlich Unerfahrene im Vorfeld lieber beraten lassen, um Folgeschäden zu vermeiden.

Langfristige Wirkung

bewertet mit 2 Sternen

Hält man sich an die strikten Regeln und Vorschriften während der Atkins-Phasen, kann man mit einem enormen Gewichtsverlust rechnen. Laut dem Diäterfinder kann man bereits in den ersten zwei Wochen bis zu sieben Kilogramm an Gewicht verlieren. In Phase eins, zwei und drei können zwischen 0,5 bis 1,5 Kilogramm pro Woche purzeln. In Phase vier wird das erreichte Gewicht nur noch gehalten. Zwar soll diese Phase als eine lebenslange Ernährungsform angesehen werden, allerdings ist aufgrund des hohen Anteils an tierischen Fetten und den damit einhergehenden gesundheitlichen Risiken und Folgeschäden eher davon abzuraten.

Unser Fazit

Die Atkins-Diät ist unserer Meinung nach zwar ein erfolgreicher Weg, rasch an Gewicht zu verlieren, jedoch sollte sie auf keinen Fall als langfristige Ernährungsumstellung dienen. Durch zu viel Fett und Eiweiß und zu wenig Gemüse, Obst und Ballaststoffe ist diese strikte Low-Carb-Diät alles andere als ausgewogen und deshalb nicht für eine dauerhafte Ernährung geeignet. Zu hoch ist das Risiko, Gesundheitsschäden und -störungen davonzutragen. Ohne die Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln kann es außerdem schnell zu Mangelerscheinungen kommen, da Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente nicht ausreichend zugeführt werden. Abschließend lässt sich sagen, dass die Atkins-Diät für einen raschen Gewichtsverlust und als eine kurzzeitige Ernährungsform nur mit Vorbehalt geeignet ist. Wer allerdings eine Diät sucht, die sich auch längerfristig eignet, sollte sich lieber für eine Ernährung mit einem gemäßigten Anteil an Kohlenhydraten in Kombination mit viel frischem ballaststoffreichen Obst und Gemüse entscheiden, was auf Dauer auch leichter durchzuhalten ist. Außerdem sollten Pflanzenfette wie Olivenöl tierischen Fetten gegenüber bevorzugt werden.

Gesamtbewertung

bewertet mit 2 von 5 Sternen

  • Vorgehensweise
  • Umsetzung im Alltag
  • Wissenschaftlichkeit
  • Berücksichtigung von Sport
  • Langfristige Wirkung

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