Hollywood-Diät

Die Hollywood-Diät – Der glamouröse Name dieser Diät klingt vielversprechend. Durch die Trennung von Eiweiß und Kohlenhydraten, Luxuslebensmittel und einer deutlich gedrosselten Menge an Kalorien pro Tag soll man sein Gewicht deutlich reduzieren können. Doch kann die Hollywood-Diät wirklich halten, was sie verspricht? Wir haben die Hollywood-Diät genau unter die Lupe genommen und verraten, was man bei der Umsetzung beachten muss, welche gesundheitlichen Auswirkungen eintreten können und ob man mit diesem Diätkonzept wirklich abnehmen kann.

Grüner Spargel schmeckt nicht nur gut, sondern ist auch eine regelrechte Vitaminbombe. photocase.com © wolfknock
Inhaltsverzeichnis

Übersicht

Die Hollywood-Diät ist eine Form der Trennkost und bei vielen Prominenten bekannt. Bereits 1981 wurde das Buch „The Beverly Hills Diet“ zu einem Bestseller in ganz Amerika. Genau wie bei der Trennkost-Diät werden Eiweiße und Kohlenhydrate getrennt verzehrt. Erfinderin Judy Mazel geht davon aus, dass diese Nährstoffe in Kombination dick machen. Zusätzlich sollen die Abnehmenden vermehrt tropische Früchte zu sich nehmen, da diese durch die enthaltenen Enzyme angeblich einen besonders großen Einfluss auf die Verbrennung von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen haben sollen. Weitere Basiskomponenten der Diät sind Luxuslebensmittel wie Hummer, fettarmes Fleisch, Fisch, Fruchtsäfte, exotische Früchte und Mineralwasser. Insgesamt soll die Diät über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen durchgeführt werden. Währenddessen dürfen nicht mehr als 600 bis 800 Kalorien täglich zu sich genommen werden. Muskelaufbauende Übungen sind während der Diät untersagt.

Wir haben uns die Hollywood-Diät einmal genauer angesehen und hinsichtlich der Durchführung, der Umsetzung im Alltag, der Wissenschaftlichkeit, der Integration von Bewegung & Sport sowie der langfristigen Wirkung untersucht.

Vorteile

  • schnelle Gewichtsabnahme
  • viel Eiweiß kurbelt die Fettverbrennung an  

Nachteile

  • große Wahrscheinlichkeit eines Jo-Jo-Effekts
  • teure Lebensmittel  

Erlaubt

  • nur Kombinationen Eiweiß/Fett und Kohlenhydrate/Fett erlaubt
  • als Getränke nur Wasser und Säfte  

Nicht erlaubt

  • Milch und Milchprodukte
  • muskelaufbauende Übungen  

Gesamtbewertung

bewertet mit 1 von 5 Sternen

  • Vorgehensweise
  • Umsetzung im Alltag
  • Wissenschaftlichkeit
  • Berücksichtigung von Sport
  • Langfristige Wirkung

Vorgehensweise

bewertet mit 2 Sternen

Der Hollywood-Diät liegen die Prinzipien der Trennkost und der Low-Carb-Diät zugrunde. Der Diätplan soll über einen Zeitraum von zwei bis sechs Wochen verfolgt werden. Die extrem niedrige Kalorienzufuhr von 600 bis 800 Kilokalorien täglich soll die Pfunde schnell purzeln lassen. Auf Kohlenhydrate sollte während der Diät verzichtet werden, da diese als Dickmacher angesehen werden. Werden dann doch einmal Kohlenhydrate verzehrt, soll dies nur getrennt von Eiweiß geschehen. Der Speiseplan der Hollywood-Diät beinhaltet einen großen Anteil an proteinhaltiger Nahrung wie Fisch und mageres Fleisch. Des Weiteren sieht die Diät Lebensmittel wie Eier, Meeresfrüchte, Gemüse, Nüsse, Salat, Sojaprodukte und viele exotische Früchte vor. Laut Diäterfinderin Judy Mazel kurbeln die Enzyme der exotischen Früchte den Stoffwechsel an und helfen somit bei der Fettverbrennung. Auf Salz, Fett und Zucker sollte während der Diät weitestgehend verzichtet werden. Auch kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Kartoffeln sollten besser gar nicht oder nur wenig konsumiert werden und keinesfalls zusammen mit Eiweißen. Der Hollywood-Diätplan kombiniert Lebensmittel nämlich bewusst miteinander. So dürfen nur Eiweiß mit Fett oder Kohlenhydrate mit Fett kombiniert werden. Außerdem sollen die Lebensmittel möglichst roh verzehrt werden. An Flüssigkeit sollte während der Diät nur Wasser und Saft zu sich genommen werden. Das Ernährungskonzept der Hollywood-Diät ist in verschiedene Abschnitte, sogenannte Phasen, unterteilt. Jede Phase dauert ungefähr eine Woche. In jeder einzelnen Phase sind unterschiedliche Lebensmittel erlaubt. Während der ersten Woche soll der Abnehmende ausschließlich Früchte zu sich nehmen. In der darauffolgenden Woche kann man seinen Essensplan noch durch Gemüse und Salat ergänzen. Ab der dritten Woche dürfen dann auch kleine Portionen Geflügelfleisch, Rind oder Schalentieren verzehrt werden. Wichtig ist hierbei, immer darauf zu achten, dass die verwendeten Lebensmittel hochwertige Eiweiße enthalten. Nach diesen drei Wochen dürfen die täglichen Speisen wieder ganz nach Bedarf kombiniert werden. Die verschiedenen Regeln der Trennkost sollten allerdings weiterhin berücksichtigt werden.

Umsetzung im Alltag

bewertet mit 2 Sternen

Die Hollywood-Diät ist leicht durchzuführen, da nur wenige Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen – was wiederum auf eine extrem einseitige Ernährungsweise hinweist. Da dem Körper verstärkt Proteine zugeführt werden, kann es außerdem schnell zu gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen kommen. Da dem Körper keine oder nur wenig Kohlenhydrate zugeführt werden, kann der Abnehmende auch schnell unter Verdauungsproblemen leiden. Für Menschen mit Nierenproblemen ist die Hollywood-Diät ebenfalls nicht besonders gut geeignet. Weitere unangenehme Nebenwirkungen der Diät können Müdigkeit, Kopfschmerzen, Herz-Rhythmus-Störungen oder Konzentrationsschwächen sein. Es wird außerdem nicht viel Wert auf Sport und Bewegung gesetzt, muskelaufbauende Übungen sind sogar strengstens untersagt. Bei dieser Diät muss man auf jeden Fall höhere finanzielle Ausgaben einplanen, da die vorgeschlagenen (Luxus-)Lebensmittel und exotischen Früchten sehr teuer sind. Durch den hohen Verzehr von diversen Obst- und Gemüsesorten, Luxus-Lebensmitteln wie Hummer oder Ähnlichem, geht das Diätkonzept somit nicht wirklich spurlos an dem Portemonnaie des Abnehmenden vorbei.

Wissenschaftlichkeit

bewertet mit 1 Stern

Das Prinzip der Hollywood-Diät ist leider veraltet und die Ernährung sehr einseitig. Man weiß schon lange, dass Kartoffeln und Reis keine Dickmacher sind. Ebenso unsinnig ist die Aussage über exotische Früchte. Die enthaltenen Enzyme verbessern nach neuesten Erkenntnissen nicht die Verdauung. Der Grund: Bei Enzymen handelt es sich um Proteine, die bei der Verdauung in Aminosäuren aufgespaltet werden. Enzyme können somit für die Fettverbrennung keine Wirkung erbringen. Die Hollywood-Diät setzt allerdings auf eine eiweißreiche Kost. Um überflüssige Kilos loszuwerden reicht es nämlich meist nicht, lediglich die tägliche Kalorienzufuhr zu reduzieren. Viel Eiweiß ist für eine Gewichtsreduktion sehr vorteilhaft, denn so lässt sich ganz einfach der Stoffwechsel unterstützen und die Fettverbrennung ankurbeln. Werden dem Körper vermehrt Proteine zugeführt, wird die Bildung des fettabbaufördernden Hormons Glukagon gefördert. Somit kann Depotfett besser verheizt werden, da durch eine gute Eiweißversorgung mehr Muskelmasse aufgebaut wird. Bei der Hollywood-Diät ergibt sich jedoch das Problem, dass Erfinderin Mazel ausdrücklich von muskelaufbauenden Übungen abrät, also gar keine Muskelmasse aufgebaut werden kann. Eiweiß ist im menschlichen Organismus dafür zuständig, permanent Milliarden von Körperzellen zu erneuern. Somit werden die psychische und auch die physische Fitness gesichert. Zu beachten ist hierbei, dass dem Körper genau die Proteinbausteine (Aminosäuren) zugeführt werden, die er nicht selbst herstellen kann. Die Rede ist von sogenanntem biologisch hochwertigem Eiweiß. Besonders Lebensmittel wie Fleisch, mageres Geflügel, Fisch, Eier und magere Milchprodukte liefern diese in konzentrierter Menge. Das Gute an Proteinen ist auch, dass sie nicht dick machen. Nahrungseiweiße können nämlich nicht in Depotfett umgewandelt werden. Depotfette sind die Fette, die der Körper als Energiereserven ansieht und somit abspeichert. Diese Fettreserven lassen sich nur schwer wieder abbauen und siedeln sich meist in der Bauchregion an. Ein hoher Anteil an Proteinen wirkt sich auch aus anderen Gründen positiv aus. Proteine zügeln zum Beispiel den Appetit, und man läuft nicht Gefahr, Heißhungerattacken zu erleiden. Dem Körper sollte jedoch auch nicht zu viel Eiweiß zugeführt werden, da zu hohe Mengen an Eiweiß die Nieren belasten können, was das Risiko von Harn- und Nierensteinbildung steigert. Isst der Abnehmende für die erhöhte Eiweißzufuhr vermehrt Eier, kann sich dies negativ auf den Cholesterinspiegel auswirken. Weitere typische Probleme bei Low-Carb-Diäten sind Herzrhythmusstörungen, Kreislaufprobleme und erhöhtes Gichtrisiko. Außerdem kann es zur Bildung von Nierensteinen kommen. Anzumerken ist auch, dass die Kalorienzufuhr zu gering ist und daher nicht die nötige Energie geliefert wird, was zu Mangelerscheinungen führen kann. Der Mangel an Vitaminen und Mineralien (Kalium) kann den Körper schädigen, man fühlt sich schlapp und es kommt zu Kopfschmerzen.

Berücksichtigung von Sport

bewertet mit 1 Stern

Ein großes Manko auch hier: Sport und Bewegung werden völlig außer Acht gelassen. Obwohl viele Hollywood-Stars Personal Trainer haben und diese Diät auf Prominente zugeschnitten wurde, wird Sport nicht eingeflochten. Diäterfinderin Judy Mazel weist bei ihrer Hollywood-Diät sogar noch ausdrücklich daraufhin, keine muskelaufbauenden Übungen zu machen. Da man allerdings sowieso kaum Energie aus der Nahrung erhält, ist es auch nahezu unmöglich, parallel zum Ernährungsplan der Diät auch noch ein Sportprogramm zu verfolgen. Bei einer solch geringen Energieversorgung wäre ein körperlicher Zusammenbruch nach etwas Kraft- und Ausdauersport vorprogrammiert.

Langfristige Wirkung

bewertet mit 1 Stern

Wie lange die Hollywood-Diät durchgeführt wird, hängt ganz allein davon ab, wie viel der Abnehmende an Gewicht verlieren will. Hollywood-Stars, die schnell für eine Filmrolle oder einen Fototermin abnehmen wollen, wenden die Diät meist über einen Zeitraum von zwei Wochen an. Das Abnehmprogramm von Mazel empfiehlt, den Ernährungsplan in den ersten drei Wochen streng nach Vorgabe zu verfolgen und danach ganz nach Bedarf die Trennkost beizubehalten. Zwar purzeln die Pfunde bei der Hollywood-Diät schnell, auf Dauer ist die Diät jedoch nicht geeignet. Die einseitige Ernährung führt unweigerlich zu Mangelerscheinungen. Durch die sehr geringe Kalorienzufuhr fährt der Körper den Stoffwechsel extrem herunter und arbeitet somit nur noch auf einer Art Sparmodus. Nach der Hollywood-Diät ist das Risiko eines Jo-Jo-Effekts deshalb sehr groß.

Unser Fazit

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht empfehlen wir, lieber die Finger von der Hollywood-Diät zu lassen. Zwar lässt die Diät die Pfunde purzeln, trotzdem sind andere Diäten mit weniger gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen vorzuziehen. Die Ernährung des Diätkonzepts ist zu einseitig, und die vielen Proteine und zu wenig Kohlenhydrate in der Nahrung können schnell zu gesundheitlichen Schäden führen. Die Hollywood-Diät ist somit nicht nur äußerst einseitig, sondern auch aus ernährungswissenschaftlicher Sicht extrem energieunfreundlich. Da der Stoffwechsel bei dieser Diät eher auf Sparflamme läuft, ist ein Jo-Jo-Effekt so gut wie sicher. Möchte man also sein Gewicht reduzieren, dies auch langfristig halten und auch seine Geldbörse etwas mehr schonen, dann sollte man sich besser für ein anderes Diätkonzept entscheiden.

Gesamtbewertung

bewertet mit 1 von 5 Sternen

  • Vorgehensweise
  • Umsetzung im Alltag
  • Wissenschaftlichkeit
  • Berücksichtigung von Sport
  • Langfristige Wirkung

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