LOGI-Diät

Bei der LOGI-Diät (LOw Glycemic and Insulinemic Diet steht der Verzicht auf Kohlenhydrate im Vordergrund. Weiterhin soll der Blutzucker- und Insulinspiegel möglichst niedrig gehalten werden. Du möchtest wissen, ob du mit der LOGI-Diät deine Abnehmziele erreichen kannst und was du alles beachten musst? Dann informiere dich jetzt mit unserem ausführlichen Diättest. Wir haben die LOGI-Diät aus ernährungswissenschaftlicher Sicht genau unter die Lupe genommen und verraten, wie erfolgversprechend das Abnehmkonzept wirklich ist und geben unsere Expertenbewertung ab.    

Neben der Erdbeere ist auch die Himbeere durch ihren fruchtigen Geschmack sehr beliebt. Besonders Kinder sind schnell für die kleinen Beeren zu begeistern. photocase.com © zabalotta
Inhaltsverzeichnis

Übersicht

Die LOGI-Diät  ist eine kohlenhydrat- und zuckerarme Ernährungsform. LOGI steht für LOw Glycemic and Insulinemic Diet und bezeichnet eine Ernährungsmethode zur Förderung eines niedrigen Blutzucker- und Insulinwertes. Als Begründer der Diät gilt der deutsche Ernährungswissenschaftler Dr. Nicolai Worm. Dieser adaptierte die aus Amerika stammende und auf dem glykämischen Index basierende Diät.

Der kohlenhydratreduzierte Ernährungsplan wurde ursprünglich von der Adipositas-Ambulanz der Kinderklinik der Harvard-Universität zur Reduktion von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen entwickelt. Mit Hilfe dieser Ernährungsform wollten die Erfinder eine langfristige Gewichtsreduktion ohne Hungern erreichen. Bei der Entwicklung des Ernährungsplans stand vor allem der glykämische Index der Lebensmittel im Vordergrund.

Worm berücksichtigt in seiner Form der Diät neben dem glykämischen Index auch die Wirkung der Nahrungsmittel auf den Insulinspiegel. Ziel seiner LOGI-Diät soll es sein, den Blutzuckerspiegel und somit die Insulinausschüttung möglichst niedrig zu halten. Dem Autor zufolge lässt sich die LOGI-Diät als dauerhafte Ernährungsweise verstehen. Vor allem Übergewichtige, Patienten mit erhöhten Blutfett- und Blutzuckerwerten und Diabetiker sollen von dem stärke- und zuckerreduzierten Ernährungsprinzip profitieren.

Wir haben uns die LOGI-Diät einmal genauer angesehen und hinsichtlich der Durchführung, der Umsetzung im Alltag, der Wissenschaftlichkeit, der Integration von Bewegung & Sport sowie der langfristigen Wirkung untersucht.

Vorteile

  • LOGI-Pyramide bietet gute Lebensmittelübersicht
  • langsamer, gesunder Gewichtsverlust  

Nachteile

  • hohes Maß an Disziplin nötig
  • sehr hoher Fettanteil  

Erlaubt

  • viel Obst und Gemüse
  • viel Eiweiß  

Nicht erlaubt

  • wenig Kohlenhydrate
  • keine Weißmehlprodukte, Süßwaren und zuckerhaltige Getränke  

Gesamtbewertung

bewertet mit 2 von 5 Sternen

  • Vorgehensweise
  • Umsetzung im Alltag
  • Wissenschaftlichkeit
  • Berücksichtigung von Sport
  • Langfristige Wirkung

Vorgehensweise

bewertet mit 3 Sternen

Die Ernährung während der LOGI-Diät wird von fett- und eiweißreicher Kost bestimmt. Bei der LOGI-Diät sind im Prinzip alle Nahrungsmittel erlaubt. Es kommt lediglich auf die verzehrte Menge an. Im Gegensatz zu vielen anderen Low-Carb-Diäten sind gemäß Worms Ernährungskonzept geringe Mengen an gesunden Kohlenhydraten mit niedrigem glykämischem Index erlaubt. Worms Empfehlungen legen eine Zusammensetzung der täglichen Nahrung von 40-50 Prozent Fett, 25-30 Prozent Eiweiß und 20-25 Prozent Kohlenhydrate nahe. Mit Hilfe der LOGI-Ernährungspyramide werden außerdem ideale und weniger empfehlenswerte Lebensmittel kategorisiert. Je höher ein Lebensmittel in der LOGI-Diät-Pyramide steht, desto seltener sollte es konsumiert werden. 1.      Stufe (Basis): Die Basis der vierstufigen Pyramide bildet stärkearmes Obst und Gemüse mit möglichst niedrigem glykämischem Index. Gesunde, hochwertige Fette und Öle wie Leinöl und Rapsöl, Salate und Wasser machen zudem einen Großteil der LOGI-Ernährung aus. Diese ballaststoff- und wasserhaltigen Grundlagenlebensmittel sollten täglich reichlich zu jeder Mahlzeit verzehrt werden. Die Diäthaltenden sollten aufgrund des hohen Stärkegehalts von Gemüsesorten wie buntem Gemüse (Mais oder Paprika) und sehr süßem Obst eher Abstand nehmen. Grundsätzlich enthält grünes Gemüse wie Zucchini oder Aubergine weniger Kohlenhydrate als farbiges. Gemäß der „Fünf am Tag“-Empfehlung sollte idealerweise dreimal täglich eine Portion Gemüse und zweimal am Tag Obst – vorzugsweise Beerenfrüchte – zu sich genommen werden.   2.      Stufe: Auf die Grundnahrungsmittel des Abnehmkonzepts folgt auf der zweiten Stufe der LOGI-Diät-Pyramide eiweißhaltige LOGI-Kost wie mageres Fleisch, Fisch, Geflügel, fettarme Milch und Sauermilchprodukte. Auch Eier, Nüsse und Hülsenfrüchte sollten zu jeder Mahlzeit auf dem Speiseplan stehen. 3.      Stufe: Der Konsum von kohlenhydrathaltigen Vollkornnudeln, Vollkornreis oder aus Vollkornmehl gefertigten Backwaren sollte gemäß ihrer Position auf der dritten Stufe der Ernährungspyramide eingeschränkt werden, da sie den Insulinspiegel stark erhöhen. 4.      Stufe (Pyramidenspitze): Weißmehlprodukte, sehr stärkehaltige Kartoffeln, Gebäck, Süßwaren und zuckerhaltige Getränke markieren die Spitze der Pyramide. Von diesen Produkten sollten Abnehmwillige aufgrund ihres hohen Stärkegehalts und ihrer Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel gänzlich Abstand nehmen. Das Sättigungsgefühl nach dem Verzehr von Weißmehlprodukten dauert nur kurz an. Schon bald danach hat man wieder mit Hungerattacken zu kämpfen. Bei Süßem wie Schokolade, Eis oder Cola setzt derselbe Effekt ein. Aus der Gruppe dieser Lebensmittel sollte im besten Fall nur einmal pro Woche etwas auf dem Speiseplan stehen. Gemäß den Ernährungsvorschriften der LOGI-Diät könnte ein Frühstück zum Beispiel aus einem Naturjoghurt mit frischen Blaubeeren oder Himbeeren und etwas Leinöl bestehen. Zum Mittagessen kann knackiger Blattsalat mit gebratener Hähnchenbrust verzehrt werden. Abends könnte man dann zum Beispiel Lachs mit Blattspinat kombinieren. Die Zusammenstellung der Lebensmittel und auch ihre Gewichtung spiegeln in etwa die Ernährung der Menschen während der Steinzeit wieder. Durch die spezielle Auswahl der LOGI-Kost sollen sowohl die Blutzucker- als auch die Blutfettwerte der Abnehmenden deutlich verbessert werden. Effekten, die durch hohe Insulinausschüttung hervorgerufen wurden, wie ein stagnierender Fettabbau oder Einlagerung in Fettdepots, soll entgegengewirkt werden. Bei der LOGI-Diät muss mit zusätzlichen Lebensmittelkosten gerechnet werden. Exotische Zutaten für aufwendigere Rezepte sowie viel Fleisch erzeugen unter Umständen höhere Ausgaben.

Umsetzung im Alltag

bewertet mit 3 Sternen

Die Diät ist im Prinzip leicht anzuwenden. Die Diäthaltenden müssen keine Kalorien zählen oder einem strengen Ernährungsplan folgen. Unseren Erfahrungen nach sind die LOGI-Diät-Rezepte vielen Abnehmenden jedoch zu aufwendig und einige Zutaten auch zu teuer. Der eingeschränkte Verzehr von kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln könnte zudem für die Abnehmwilligen gewöhnungsbedürftig sein. Die vorgegebene Nährstoffverteilung der LOGI-Ernährung entspricht nicht den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sie kann deshalb aufgrund ihrer Einseitigkeit zu einer Unter- oder Überversorgung besonders bei den genannten Gruppen führen. Bei Nierenkranken und Gichtpatienten kann die hohe Eiweißzufuhr in Form von Fleisch, Fisch und Milchprodukten dem Organismus schaden. Betroffene sollten einen Abnehmprozess basierend auf der LOGI-Ernährung nur in Absprache mit einem Arzt durchführen. Laut Dr. Worm soll die LOGI-Diät auch für Schwangere, Stillende und Kinder im Wachstum einsetzbar sein, was wir allerdings als nicht empfehlenswert erachten. Seit kurzem gibt es sogar spezielle Materialien für Vegetarier, die sich nach der LOGI-Methode ernähren möchten.

Wissenschaftlichkeit

bewertet mit 2 Sternen

Die LOGI-Ernährung ist als Gegenentwurf zur Mischkosternährung zu sehen und vereint eine proteinreiche Ernährung mit Low Carb, wobei zusätzlich bei den wenigen kohlenhydratarmen Lebensmitteln auf einen niedrigen glykämischen Index geachtet werden soll. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht positiv zu bewerten ist, dass das LOGI-Abnehmkonzept viel gesundes und lange sättigendes Obst und Gemüse vorsieht. Auch der erhöhte Gebrauch von gesunden Ölen und Fetten sowie Vollkornprodukte ist nicht zu beanstanden. Die LOGI-Diät beschränkt sich zudem nicht nur auf tierische Eiweißquellen. Da sie auf der Grundlage des glykämischen Index basiert, ist die Kohlenhydratzufuhr jedoch sehr gering und entspricht nicht den Empfehlungen der DGE. Bis heute wird diskutiert, ob der Index wirklich ein verlässlicher Indikator fürs Abnehmen ist. Der glykämische Index bezeichnet die blutzuckererhöhende Wirkung von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln im Vergleich zur gleichen Menge reiner Glukose. Zu den beeinflussenden Faktoren des glykämischen Index gehört die Zusammensetzung der Speisen. So führen Kohlenhydrate zu einem geringeren Anstieg des Blutzuckerspiegels, wenn sie gemeinsam mit Fett und Ballaststoffen aufgenommen werden. Eine Studie aus dem Jahr 2006 unterstützt jedoch die der LOGI-Diät zugeschriebene Wirkung auf die Gesundheit von Diabetes-Typ-2-Patienten. In einer dreiwöchigen Untersuchung mit zwei Gruppen à 45 Personen während eines Aufenthaltes in der Reha-Klinik Überruh konnten deutliche Verbesserungen des Gesundheitszustandes festgestellt werden. Im Vergleich konnten die Teilnehmer der Gruppe, die ausschließlich LOGI-Kost erhielten, mehr abnehmen und sehr viel häufiger ihre diabetikertypischen Medikamente absetzen beziehungsweise die Medikation reduzieren. Die Vergleichsgruppe, die am gleichen zusätzlichen Sport- und Bewegungsprogramm teilnahm, erhielt im Gegensatz eine kalorien- und fettreduzierte Kost. Sie konnte geringere Erfolge verzeichnen.

Berücksichtigung von Sport

bewertet mit 1 Stern

Bewegung und Sport nimmt bei der LOGI-Diät eher einen geringen Stellenwert ein. Vielmehr steht eine gesunde Ernährung im Vordergrund, wobei die Bewegung außer Acht gelassen wird. Es ist jedoch empfehlenswert, sich unterstützend ein Trainingsprogramm zusammenzustellen.

Langfristige Wirkung

bewertet mit 3 Sternen

Ziel der LOGI-Diät ist nicht der schnelle Gewichtsverlust. Vielmehr bietet das LOGI-Ernährungskonzept die Möglichkeit, sich langfristig gesünder zu ernähren. Die Pfunde purzeln quasi nebenbei. Stark Übergewichtigen, die große Mengen abnehmen wollen, ist die LOGI-Diät jedoch nicht zu empfehlen. Bei den Betroffenen wird sich nur ein sehr langsamer Gewichtsverlust einstellen. Das Problem liegt in der fehlenden Reglementierung der aufgenommenen Energiemenge. Die Abnehmwilligen ernähren sich gemäß dem LOGI-Prinzip zwar gesünder, nehmen ohne negative Energiebilanz aber nicht automatisch ab. Wer also einen hohen Gewichtsverlust erzielen möchte, wird um das zusätzliche Kalorienzählen nicht herumkommen. Die LOGI-Diät ist laut Entwickler für eine Dauerernährung geeignet.

Unser Fazit

Die LOGI-Diät erfüllt unserer Erfahrung nach ihren Zweck: Man ernährt sich gesünder und wird lästige Pfunde über einen längeren Zeitraum hinweg los. Die eiweißreiche Ernährung in Kombination mit vitamin- und ballaststoffreicher Kost wie Obst und Gemüse begünstigt die Gewichtsreduktion und ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht positiv zu bewerten. Der vollständige Verzicht auf Weißmehlprodukte und zuckerhaltige Lebensmittel ist ebenfalls positiv hervorzuheben. Der empfohlene hohe Fettgehalt von etwa 40 Prozent widerspricht jedoch den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Folgt man der LOGI-Methode, steht einem eine große Auswahl an Lebensmitteln zur Verfügung. Dennoch dürfte der stark eingeschränkte Verzehr von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln wie Brot, Nudeln oder Kartoffeln vielen ein hohes Maß an Disziplin abverlangen. Typische Beilagen sind ab sofort nur noch in geringen Mengen oder als Vollkornvariante erlaubt. Pasta- und Brotliebhaber werden auf Dauer deshalb keine Freude an diesem Diätkonzept haben.

Gesamtbewertung

bewertet mit 2 von 5 Sternen

  • Vorgehensweise
  • Umsetzung im Alltag
  • Wissenschaftlichkeit
  • Berücksichtigung von Sport
  • Langfristige Wirkung

Diskussion

Ähnliche Beiträge