Max-Planck-Diät

Die Max-Planck-Diät ist durch eine eiweißreiche Ernährung und den weitestgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate gekennzeichnet. Bereits seit 30 Jahren kursiert diese Diät, Begründer bis heute unbekannt. Doch was steckt eigentlich  hinter der Max-Planck-Diät und wie empfehlenswert ist sie zum Abnehmen? Diesen und weiteren Fragen sind wir in unserem ausführlichen Max-Planck-Diättest auf den Grund gegangen. Hier erfährst du, welche Ernährungsweise vorgesehen ist, wie das Ernährungskonzept ernährungswissenschaftlich zu bewerten ist und welche langfristigen Erfolge wirklich zu erwarten sind.

Rotes Fleisch, etwa vom Rind oder Schwein, kann krank machen. photocase.com © riesenrat
Inhaltsverzeichnis

Die Max-Planck-Diät beruht auf dem Low-Carb-Prinzip und verspricht eine schnelle Gewichtsreduktion in kurzer Zeit. Die naheliegende Vermutung, dass diese Diätform den renommierten Max-Planck-Instituten entstammt, lässt sich nicht bestätigen. Vielmehr distanzieren sich die Institute von der Max-Planck-Diät. Wer nun tatsächlich diese Diät vor etwa 30 Jahren in Umlauf gebracht hat, ist bis heute nicht geklärt.

Die Max-Planck-Diät lässt sich in die Riege der Crash-Diäten einordnen. Innerhalb von 14 Tagen soll durch eiweißreiche Kost eine Gewichtsreduktion von bis zu neun Kilogramm erzielt werden. In dieser Zeit müssen die Abnehmwilligen fast vollständig auf Kohlenhydrate verzichten. Dafür sieht der strenge, zweiwöchige Max-Planck-Diätplan reichlich eiweißhaltige Lebensmittel wie Fleisch und Eier vor. Nach den zwei Wochen soll sich eine Stoffwechselveränderung eingestellt haben, die eine Gewichtszunahme in den folgenden drei Jahren verhindern soll. 

Wir haben uns die Max-Planck-Diät einmal genauer angesehen und hinsichtlich der Durchführung, der Umsetzung im Alltag, der Wissenschaftlichkeit, der Integration von Bewegung & Sport sowie der langfristigen Wirkung untersucht.

Vorteile

  • schneller Gewichtsverlust  

Nachteile

  • utopische Abnehmversprechen
  • keine Sportempfehlungen
  • sehr strenger, eintöniger Abnehmplan  

Erlaubt

  • eiweißhaltige Lebensmittel  

Nicht erlaubt

  • kohlenhydratreiche Nahrung  

Gesamtbewertung

bewertet mit 1 von 5 Sternen

  • Vorgehensweise
  • Umsetzung im Alltag
  • Wissenschaftlichkeit
  • Berücksichtigung von Sport
  • Langfristige Wirkung

Vorgehensweise

bewertet mit 2 Sternen

Die zweiwöchige Diät geht streng nach einem exakt vorgegebenen Max-Planck-Diätplan vor und lässt nicht viele Freiheiten. Erlaubt sind eiweißreiche Lebensmittel wie Schinken, Steak, Huhn, Eier und Salat. Tabu hingegen sind Alkohol, Kartoffeln, Brot, Reis und Nudeln. Selten darf auch mal ein Brötchen zum Frühstück verzehrt werden. Der Max-Planck-Diät-Wochenplan sieht folgende Mahlzeiten vor: Tag 1: Zum Frühstück gibt es Kaffee in beliebiger Menge – aber ohne Zucker oder Milch. Für das Mittagessen sind zwei gekochte Eier vorgesehen. Dazu gibt es Spinat, der ein wenig gesalzen werden darf. Am Abend dürfen die Abnehmwilligen zu einem großen, gegrillten Steak oder drei gebratenen Beefsteaks greifen. Als Beilage gibt es grünen Salat und Sellerie. Tag 2: Auch am zweiten Tag besteht das Frühstück aus schwarzem Kaffee. Diesmal ist sogar ein Brötchen erlaubt. Zum Mittagessen stehen ein großes Steak mit grünem Salat und jegliche Art von Früchten auf dem Speiseplan. Für das Abendessen ist lediglich der Verzehr von gekochtem Schinken in unbegrenzter Menge vorgesehen. Tag 3: Laut Max-Planck-Diät-Wochenplangibt es zum Frühstück am dritten Tag erneut schwarzen Kaffee ohne Zucker und ein Brötchen. Beim Mittagessen sind lediglich zwei gekochte Eier, Salat und Tomaten erlaubt. Das Abendessen besteht aus gekochtem Schinken und grünem Salat. Tag 4: Das Frühstück des vierten Tages entspricht den vorangegangen. Das Mittagessen bietet  mit gekochten oder rohen Möhren, Schweizer Käse und einem gekochten Ei etwas Abwechslung. Auch das Naturjoghurt mit Früchten am Abend lockert den strengen Max-Planck-Diätplan ein wenig auf. Tag 5: Am fünften Tag gibt es zum schwarzen Kaffee ausnahmsweise Möhren mit Zitrone zum Frühstück. Gedünsteter Fisch mit Tomaten steht mittags, ein Steak mit grünem Salat abends auf dem Plan. Tag 6: Frühstück wie gehabt. Mittags dürfen sich die Abnehmwilligen auf gegrilltes Hühnchen freuen. Das Abendessen kombiniert zwei gekochte Eier mit Möhren. Tag 7: Am letzten Tag des Max-Planck-Diät-Wochenplanssteht zur Abwechslung ein Tee mit Zitrone auf dem Frühstückstisch. Mittags gibt es ein gegrilltes Steak und Obst. Die Zusammenstellung des Abendessens darf am letzten Tag der Woche frei gewählt werden. Ab Tag 8 wir der Max-Planck-Diätplan einfach für eine weitere Woche wiederholt.

Umsetzung im Alltag

bewertet mit 2 Sternen

Die Max-Planck-Diät folgt einem strengen Abnehmplan. Zwischenmahlzeiten sind nicht erlaubt, und genaue Mahlzeitenzusammensetzungen lassen wenig Spielraum. Die Tatsache, dass für die zweite Woche des Ernährungsplans die gleichen Lebensmittel und Speisen vorgesehen sind, verstärkt die Eintönigkeit der Diät noch zusätzlich. Die Mahlzeiten und die Kombinationen der Lebensmittel sind zudem wenig ansprechend, weshalb es schwierig fallen könnte, den Diätplan durchzuhalten. Grundsätzlich lässt sich die Max-Planck-Diät auch von Berufstätigen umsetzen. Diese können sich die vorgesehenen Gerichte für die Mittagszeit mit ins Büro oder an die Arbeitsstelle nehmen. Besuche im Restaurant werden hingegen schwierig, da der Abnehmplan dieser Crash-Diät eine bestimmte Lebensmittelzusammensetzung vorsieht und keine Flexibilität zulässt. Aufgrund der Unterversorgung mit Kohlenhydraten und somit auch Ballaststoffen sowie Vitaminen ist die Diät nicht für Kinder, Schwangere, Stillende oder ältere Menschen zu empfehlen. Mit höheren Kosten ist bei der Max-Planck-Diät nicht zu rechnen – ganz im Gegenteil. Die verwendeten Nahrungsmittel sind in jedem Supermarkt erhältlich. Wenige Produkte pro Mahlzeit haben außerdem nur einen geringen Kochaufwand zur Folge.

Wissenschaftlichkeit

bewertet mit 1 Stern

Die Max-Planck-Diät ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht äußerst kritisch zu betrachten. Aufgrund der einseitigen Ernährungsweise können wir diese Diät nicht empfehlen. Diese unausgewogene Ernährung kann schnell zu einem Nähr- und Vitalstoffmangel führen. Der Körper wird nicht mehr ausreichend mit essenziellen Fettsäuren, Ballaststoffen sowie verschiedenen Mineralstoffen versorgt. Durch die erhöhte Zufuhr von Eiweiß und Cholesterin im Rahmen der Diät liegt zudem ein erhöhtes Risiko für Nierenfunktionsstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Im Rahmen der Max-Planck-Diät kommt es dank der Low-Carb-Devise tatsächlich zu einer Gewichtsabnahme. Jedoch ist das Versprechen auf Basis unserer Erfahrungen mit der Max-Planck-Diät, in nur zwei Wochen neun Kilogramm abspecken zu können, mehr als unrealistisch. Die Aussage, man sei drei Jahre lang vor einer Gewichtszunahme geschützt, ist zudem wissenschaftlich nicht haltbar. Die Befürworter stützen diese These auf die angebliche Änderung des Stoffwechsels, die jedoch in diesem Maße mit keiner Diät erzielt werden kann.

Berücksichtigung von Sport

bewertet mit 1 Stern

Die Erfinder der Max-Planck-Diät legen ihren Fokus ausschließlich auf die Ernährung. Sport und Bewegung hingegen schenken sie keinerlei Interesse. Nicht zuletzt ist es aber die Kombination aus Änderung der Ernährungsweise und mehr Bewegung, die zu einem gesunden Abnehmerfolg führen. Regelmäßige Bewegung sorgt nicht nur für eine positivere Energiebilanz, die die Pfunde purzeln lässt, sondern hält auch langfristig fit und beugt Krankheiten vor. Zwei- bis dreimal in der Woche Joggen, Walken oder Fahrradfahren sollten auf jeden Fall Teil des Sportprogramms bilden.   

Langfristige Wirkung

bewertet mit 1 Stern

Die Max-Planck-Diät ist für die Dauer von zwei Wochen vorgesehen und sollte auch keinesfalls länger andauern. Der schnelle Abnehmerfolg der Diät ist sehr umstritten und äußerst kritisch zu betrachten. Tatsächlich ist eine kurzfristige Gewichtsabnahme von ein paar Kilo möglich. Von den versprochenen neun Kilogramm sind die meisten aus unseren Erfahrungen mit der Max-Planck-Diät heraus jedoch vorprogrammiert. Der Jo-Jo-Effekt ist bei dieser einseitigen und energiearmen Ernährung nicht aufzuhalten. Nach der Diät hat man höchstwahrscheinlich sogar mehr auf den Hüften als vorher.

Unser Fazit

Wir raten explizit von der Max-Planck-Diät ab. Die versprochenen Erfolge hinsichtlich eines Gewichtsverlusts von neun Kilo und einer dauerhaften Stoffwechselumstellung können schlichtweg nicht erfüllt werden. Durch eine eintönige, wenig einladende Zusammenstellung der Mahlzeiten und einem strengen Diätplan ist man schnell frustriert und der Ehrgeiz geht verloren. Der Jo-Jo-Effekt dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Die unausgewogene und einseitige Ernährung innerhalb der zweiwöchigen Crash-Diät spricht ebenfalls nicht für die Max-Planck-Diät. Die Überversorgung mit Eiweiß und die geringe Zufuhr von Kohlenhydraten sind gesundheitlich als äußerst bedenklich einzustufen. Zur Max-Planck-Diät gibt es abschließend eigentlich nicht viel zu sagen, nur eins: Finger weg!

Gesamtbewertung

bewertet mit 1 von 5 Sternen

  • Vorgehensweise
  • Umsetzung im Alltag
  • Wissenschaftlichkeit
  • Berücksichtigung von Sport
  • Langfristige Wirkung

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