Reis-Diät

Ganz so strikt wie der Name suggeriert ist die Reis-Diät dann doch nicht. Neben Reis dürfen Abnehmwillige auch zu Obst, Gemüse oder magerem Fleisch greifen. Durch eine deutlich gedrosselte Kalorienmenge pro Tag sollen die Pfunde wie von allein purzeln. Wir sind nicht ohne Grund skeptisch und haben die Reis-Diät genauer unter die Lupe genommen. Ob man mit diesem Abnehmkonzept wirklich das gewünschte Gewicht erreichen kann und welche Auswirkungen die empfohlene Ernährungsweise auf die Gesundheit hat, erfährst du hier.

Wer das Risiko an Diabetes zu erkranken senken möchte, sollte Naturreis dem geschälten weißen Reis vorziehen. photocase.com © una.knipsolina
Inhaltsverzeichnis

Übersicht

Die Reis-Diät besteht, wie der Name nahelegt, vorwiegend aus dem Verzehr von Reis. Entwickelt wurde die Reis-Diät in den 1930er Jahren von dem Mediziner Walter Kempner zur Behandlung von Bluthochdruck und Nierenerkrankungen. Bei diesem Diätkonzept ernährt man sich über eine gewisse Zeit hinweg hauptsächlich von Reis mit Obst, Gemüse oder magerem Fleisch. Pro Tag sollten die Abnehmwilligen maximal 1.000 Kalorien zu sich nehmen. Da der Fettanteil nur bei zehn bis 20 Prozent liegt, verliert man schnell an Gewicht. Die erhöhte Aufnahme von Kalium entwässert zudem den Körper.

Wir haben uns die Reis-Diät genauer angesehen und hinsichtlich der Durchführung, der Umsetzung im Alltag, der Wissenschaftlichkeit, der Integration von Bewegung & Sport sowie der langfristigen Wirkung untersucht.

Vorteile

  • relativ schneller, hoher Gewichtsverlust  

Nachteile

  • absehbarer Nährstoffmangel aufgrund einseitiger Ernährung  

Erlaubt

  • Kalorien zählen

Nicht erlaubt

  • über 1.000 Kilokalorien pro Tag aufnehmen  

Gesamtbewertung

bewertet mit 2 von 5 Sternen

  • Vorgehensweise
  • Umsetzung im Alltag
  • Wissenschaftlichkeit
  • Berücksichtigung von Sport
  • Langfristige Wirkung

Vorgehensweise

bewertet mit 3 Sternen

Im Rahmen einer Reis-Diät soll der Körper entwässert werden. Die in Reis enthaltenen Stoffe sorgen dafür, dass das Wasser aus dem Körper geleitet wird. Da nur sehr wenig Fett aufgenommen wird, sollen zusätzlich die Fettdepots angegriffen werden. Dieser Effekt und die Entwässerung sollen zu einer schnellen Gewichtsabnahme führen. Während der Diät empfiehlt der Begründer, vorrangig ungeschälten Vollkornreis, auch Naturreis oder brauner Reis genannt, zu verwenden. Da diese Sorten reich an Ballaststoffen sind, unterstützen sie den Abnehmprozess besser als herkömmlicher, weißer Reis. Täglich dürfen die Abnehmenden nur 1.000 Kalorien zu sich nehmen. Um dies zu gewährleisten, besteht die Ernährung in der ersten Woche fast ausschließlich aus Reis mit Apfelmus oder alternativ mit Obststücken. In der zweiten Woche darf das Getreide angebraten und mit Kräutern gewürzt werden. Ab der dritten Woche dürfen die Abnehmenden Gemüse und mageren Fisch essen. Die Reisgerichte werden zudem durch Magermilch- oder Sojaprodukte ergänzt. Auf Salz müssen die Diäthaltenden während der Diät mit Reis gänzlich verzichten: Da es Wasser im Körper bindet, würde es die beabsichtigte Entwässerung hemmen. Geschmackliche Abwechslung erreicht man der Anleitung zur Reis-Diät zufolge daher lediglich durch Kräuter sowie diverse Vollkorn- und Wildreissorten. Die Betroffenen sollten zudem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr im Rahmen der Diät sicherstellen. Besonders vor den Mahlzeiten empfiehlt es sich, ein Glas Wasser zu trinken. Auf diese Weise hat man weniger Hunger und ist schneller satt. Angesichts der geringen Mengen an erlaubten Kalorien pro Tag ist diese Methode zur Linderung des Hungergefühls sehr zu empfehlen. Die Diät-Rezepte bestehen laut Anleitung der Reis-Diät meist aus etwa 50 bis 60 Gramm ungekochtem Reis pro Portion. Sogar zum Frühstück kann das kohlenhydratreiche Lebensmittel in Kombination mit Obst zum Einsatz kommen. Alternativ darf es auch Vollkornmüsli oder Vollkornbrot mit magerem Belag sein. Zum Mittag- und Abendessen kann Reis gut mit Gemüse kombiniert werden: einfach Möhren, Zucchini oder Paprika klein schneiden und in etwas Gemüsebrühe anbraten. Während der Diät sind Reisgerichte in Kombination mit Fleisch erlaubt, wie zum Beispiel Puten-Curry, Rindfleisch mit Gemüse und Reis, oder ein Geflügel-Reissalat. Die Diät mit Reis kann leicht abgewandelt werden. Eine sogenannte Kartoffel-Reis-Diät bietet sich ebenfalls zum Abnehmen an. Diese Form der Diät ist besonders aus dem medizinischen Bereich bekannt. Angewandt wird sie vor allem, wenn Nahrungsmittelunverträglichkeiten vermutet werden. Außer Kartoffeln und Reis dürfen Abnehmwillige bei dieser Diät jedoch gar keine anderen Lebensmittel zu sich nehmen. Diese Ernährungsweise sollte jedoch nur maximal fünf Tage lang durchgeführt werden. Eine derartige Diät eignet sich vor allem dazu, Wassereinlagen schnell loszuwerden.

Umsetzung im Alltag

bewertet mit 2 Sternen

Die Reis-Diät ist unseren Erfahrungen nach im Alltag schwer durchzuführen. Zwar sind die erlaubten Lebensmittel überall erhältlich und preisgünstig, die Ernährung ist jedoch extrem einseitig. Die Wahl der Nahrungsmittel ist stark eingeschränkt und die Obergrenze von 1.000 Kalorien sehr niedrig. Eine Diät mit Reis durchzuhalten, erfordert daher viel Disziplin. Das Zählen der Kalorien ist hingegen einfach, da es spezielle Rezepte gibt und man die Zahlen durch die immer gleichen Lebensmittel schnell kennt. Auch auswärts essen zu gehen bereitet keine Probleme. Die Abnehmenden können einfache Reisgerichte mit einer kleinen Menge anderer Beilagen bestellen. Wir raten davon ab, nach den Regeln der Diät für die ganze Familie zu kochen. Dies hängt vor allem mit der stark eingeschränkten Versorgung mit wichtigen Nährstoffen zusammen.

Wissenschaftlichkeit

bewertet mit 1 Stern

Durch die erhöhte Aufnahme von Kalium wird der Körper während der Reis-Diät entwässert, was zu einem mehr oder weniger starken Gewichtsverlust führt. Dies ist jedoch der einzige positive Aspekt dieser Diät. Ansonsten ist die „Hungerkur“ eher ungesund für den Organismus. Der Körper nimmt zu wenig Energie und kein Salz auf, was zu Schwächeanfällen und Schwindel führen kann. Durch die extrem einseitige Ernährung sind Mangelerscheinungen vorprogrammiert. Die geringe Zufuhr von Vitaminen, Eiweißen und Mineralien ist gesundheitlich nicht unbedenklich, weshalb eine Reis-Diät nur unter medizinischer Kontrolle durchgeführt werden sollte. Besonders mit der fehlenden Zufuhr von Eiweiß hat der Körper während dieser Diät zu kämpfen. Eiweiße sind letztendlich für Bau, Funktion und Stoffwechsel aller lebenden Zellen verantwortlich. Der menschliche Organismus benötigt Proteine zum Aufbau aller Enzyme und verschiedener Hormone wie zum Beispiel Insulin. Auch bei der Bildung von Transport- und Speichermolekülen wie Hämoglobin wird Eiweiß benötigt. Bei der Immunabwehr fungieren Proteine als Antikörper, bei der Blutgerinnung wiederum als Gerinnungsfaktoren. Mineralstoffe sind für den Aufbau körpereigener Stoffe ebenfalls unerlässlich. Sie regeln außerdem den Elektrolythaushalt und tragen somit zur Aufrechterhaltung des Körpergleichgewichts bei. Werden zu wenige Mineralien aufgenommen, können Mangelerscheinungen auftreten. Schließlich kann es auch noch zu einer Unterversorgung an Vitaminen kommen. Vitamine übernehmen vor allem im Stoffwechsel essenzielle Funktionen und sind unentbehrlich für einen gesunden, abwehrkräftigen Organismus.

Berücksichtigung von Sport

bewertet mit 1 Stern

Sport wird während der Reis-Diät völlig außer Acht gelassen. Dies ist einerseits gut, da der Körper aufgrund der niedrigen Kalorienaufnahme viel zu wenig Energie für Bewegung hätte. Andererseits ist Bewegung wichtig, um Muskelabbau während des als eine Art Fasten zu verstehenden Diätzeitraums zu vermeiden. Ausdauersport in Form von Laufen oder Fahrradfahren sollte in jedem Fall durchgeführt werden, um den Körper fit zu halten und beim Abnehmen zu unterstützen. Auch Kraftsport empfiehlt sich grundsätzlich, unterstützend zum Abnehmprozess durchzuführen. Durch eine Erhöhung der gesamten Körpermuskelmassen kann nämlich auch die allgemeine Fettverbrennung erhöht werden.

Langfristige Wirkung

bewertet mit 1 Stern

Kempners Reis-Diät ist für mindestens vier Wochen angelegt. Unserer Erfahrung nach sollten Abnehmwillige eine Diät mit Reis aus gesundheitlichen Gründen aber nur als Wochenend-Diät oder maximal drei Tage lang durchführen. Die Gefahr, dass sich eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen wie Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen einstellt, ist sonst zu groß. Durch die Aufnahme einer geringen Menge Kalorien und wenig Fett sowie die starke Entwässerung des Körpers verliert man schnell an Gewicht. Wie viel man bei der Reis-Diät abnehmen kann, ist unterschiedlich. Unsere Erfahrungen mit der Reis-Diät zeigen, dass Frauen in den ersten vier Wochen der Diät bis zu acht Kilogramm, Männer bis zu 15 Kilogramm abnehmen können. Zu diesem Gewichtsverlust tragen vor allem das entzogene Wasser und der Abbau von Muskelgewebe bei, aus dem der Körper während des Hungerns Energie bezieht. Bei einem erfolgreichen Abnehmprozess sollten die Betroffenen jedoch hauptsächlich Fettgewebe verlieren und keine Muskelmasse. Je mehr Muskelmasse nämlich vorhanden ist, desto höher ist die allgemeine Fettverbrennung. Da nur gehungert und entwässert wird, stellt sich nach Ende der Reis-Diät schnell der Jo-Jo-Effekt und damit nicht der gewünschte Erfolg ein. Die Reis-Diät ist deshalb nicht dazu geeignet, seine Ernährung langfristig umzustellen.

Unser Fazit

Auch wenn Reis grundsätzlich gesund ist und Kalium entwässert, raten wir aus eigener Erfahrung von der Reis-Diät strengstens ab. Der schnelle Gewichtsverlust geht einher mit einer Gefährdung der Gesundheit und einem mehr oder weniger großen Hungergefühl. Dadurch, dass nur eine relativ geringe Kalorienanzahl pro Tag erlaubt ist, fällt es schwer, die Diät durchzuhalten. Hinzu kommt der sehr eintönige Speiseplan. Eine dauerhafte Umstellung zu einer gesünderen Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und Bewegung findet bei der Reis-Diät nicht statt. Nach dem Fasten hat man dadurch schnell wieder sein ursprüngliches Gewicht erreicht oder wiegt sogar noch mehr – und das alles auf Kosten der Gesundheit. Wer also sein Gewicht langfristig reduzieren will, sollte seine Ernährung dauerhaft auf gesunde und vor allem ausgewogene Kost umstellen. Nur auf diese Weise erzielt man einen nachhaltigen Abnehmerfolg, der mit mehr Lebensqualität einhergeht.

Gesamtbewertung

bewertet mit 2 von 5 Sternen

  • Vorgehensweise
  • Umsetzung im Alltag
  • Wissenschaftlichkeit
  • Berücksichtigung von Sport
  • Langfristige Wirkung

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