Depression begünstigt Schlaganfallrisiko

Wer unter Depressionen leidet, erhöht sein Schlaganfallrisiko, wenn diese nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Die Bostoner Forscher um Frank Hu von der Harvard School of Public Health haben herausgefunden, dass Depressionen in einem ähnlichen Maße wie das Rauchen die Gesundheit des Menschen gefährden. Eine rechtzeitige antidepressive Therapie könnte der Untersuchung zufolge rund vier Prozent aller Schlaganfälle verhindern.

Nichtraucher könnten sich die Kosten ihrer Raucherentwöhnung schon bald über die Krankenkassen zurückholen, das fordern zumindest Experten. Vier Millionen Menschen der deutschen Bevölkerung leiden Schätzungen von Experten zufolge unter Depressionen. Zudem erkranken zehn Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an Depressionen. Mittlerweile wurde die Öffentlichkeit sensibilisiert, dass die Krankheit einen Menschen sehr belastet und für die Erkrankten häufig nur ein Suizid als einziger Ausweg gesehen wird. photocase.com © rockabella

Die Wissenschaftler analysierten 28 so genannte Kohortenstudien, eine besondere Form der Paneluntersuchung. Insgesamt wurden Daten von über 320.000 Teilnehmern ausgewertet und deren Krankheitsverläufe bis zu 29 Jahre lang verfolgt. Während des Untersuchungszeitraumes erlitten 8.500 Personen einen Schlaganfall. Das wichtigste Ergebnis der Studie ist das erhöhte Gesamtrisiko von 45 Prozent, einen Schlaganfall zu erleiden. Das dieser tödlich ausgeht, erhöht sich bei Depressiven sogar um 55 Prozent. Bereits in einer 2005 durchgeführten Studie mit einer fünfmal geringeren Probandenzahl zeigte sich schon ein erhöhtes Schlaganfallrisiko für Depressive.

Vier Millionen Menschen der deutschen Bevölkerung leiden Schätzungen von Experten zufolge unter Depressionen. Zudem erkranken zehn Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an Depressionen. Mittlerweile wurde die Öffentlichkeit sensibilisiert, dass die Krankheit einen Menschen sehr belastet und für die Erkrankten häufig nur ein Suizid als einziger Ausweg gesehen wird. Doch noch immer werden die körperlichen Nebenwirkungen für depressiv Erkrankte unterschätzt. Die aktuelle Studie belegt nun mit dem erhöhten Schlaganfallrisiko ein weiteres Leid für die Betroffenen.

Die meisten der analysierten Studien berücksichtigten neben der Depression verschiedene typische Risikofaktoren wie zum Beispiel Alter, BMI, Rauchen, Alkoholkonsum oder Bluthochdruck. Was letztendlich zu einem Infarkt führt, ist nicht belegt. Sicher ist, dass die Gehirnchemie durcheinander gebracht wird und Entzündungswerte im Blut ansteigen. Weiterhin achten Betroffene nicht immer auf ihre Gesundheit, so dass sie rauchen, wenig Bewegung haben und sich ungesund ernähren. Meist leiden Depressive auch unter Bluthochdruck sowie Diabetes, die wiederum Hirninfarkte begünstigen. Wird die ungesunde Lebensweise berücksichtigt, erhöht eine depressive Erkrankung dennoch das Schlaganfallrisiko so enorm wie das Rauchen. Allerdings zeigte die Studie auch, dass Personen, die viele antidepressive Medikamente einnehmen, eine höhere Infarktrate haben.

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