Praxisgebühr abgeschafft: Ab Januar keine 10 Euro mehr

Ab Januar 2013 gibt es keine Praxisgebühr mehr. Zusätzlich soll der Bundeszuschuss für die gesetzliche Krankenkasse gekürzt werden.

Oft nehmen Ärzte sich nur wenig Zeit für das Patientengepräch. Dabei wird gerade dieses von Patienten gefordert. photocase.com © chriskuddl ZWEISAM
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Laut des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), solle dafür nun ein staatlicher Finanzausgleich her. Die GKV kritisiert demnach den Beschluss der Regierungskoalition. Es wurde beschlossen dass die Praxisgebühr von zehn Euro zum 1. Januar 2012 abgeschafft wird. Aufrgund der nun beschlossenen Abschaffung der Praxisgebühr durch die schwarz-gelbe Koalition, erhoffen sich die gesetzlichen Krankenkassen einen finanziellen Ausgleich. Denn fällt die Praxisgebühr ab kommenden Januar weg, nehmen die Kassen etwa zwei Milliarden Euro weniger ein als bisher. Ökonomen empfehlen die Praxisgebühr von 10 Euro pro Quartal nicht abzuschaffen.

Ökonomen empfehlen: Keine Abschaffung der Praxisgebühr!

Am gestrigen Sonntag beschloss die schwarz-gelbe Koalition die 2004 eingeführte Praxisgebühr zu Beginn des kommenden Jahres abzuschaffen. Zurzeit zahlen Patienten beim ersten Arztbesuch des Quartals zehn Euro Praxisgebühr. Das Steuerinstrument Praxisgebühr war schon lange umstritten, obwohl nach der Einführung ein gewünschter Rückgang der Patientenzahlen zu verbuchen war. Wie "Welt Online" heute berichtete, wird dieser Obolus von rund zwei Milliarden Euro pro Jahr den Krankenkassen bald gestrichen. Die Koalitionäre haben nun beschlossen, dass in den kommenden zwei Jahren der steuerfinanzierte Bundeszuschuss an die Kassen gekürzt werden soll. Somit steigt der Druck auf die Kassenbeiträge enorm. Die jüngeren Beitragszahler sind die Hauptfinanzierer der gesetzlichen Krankenversicherung, da sie im Schnitt höhere Beiträge als Rentner zahlen. Innerhalb der gesetzlichen Krankenkassen ist der Transfer von Jung und Alt in den letzten Jahren immer größer geworden. Mit dem Wegfall der Praxisgebühr wird dieser Transfer nun noch mehr ausgeweitet. Ökonomen empfehlen aufgrund der Alterung der deutschen Bevölkerung eigentlich das Gegenteil.

GKV-Spitzenverband kritisiert Koalitionsbeschluss

Der GKV-Spitzenverband ist gegen die Abschaffung der Praxisgebühr. Vorstandsvorsitzende des GKV Dr. Doris Pfeiffer erklärt, dass der Bundeszuschuss eigentlich die verlässliche Finanzierung der versicherungsfremden Leistungen sicherstellen solle. Doch nun entpuppe sich dieser Zuschuss als Verfügungsmasse für die Finanzierung politischer Vorhaben. Die Folge sei, dass die Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen politische Vorhaben wie das Betreuungsgeld sowie den Bau zusätzlicher Straßen finanzieren. Den Krankenkassen entgingen laut Pfeiffer mit dem Wegfall der Praxisgebühr Einnahmen in Höhe von rund zwei Milliarden Euro pro Jahr. Diese Mindereinnahmen müssten betroffenen Krankenkassen voll aus dem Gesundheitsfonds ausgeglichen bekommen. Wie die Vorstandsvorsitzende sagt, summieren sich die Kürzungen der gesetzlichen Krankenversicherung allein für die kommenden zwölf Jahre auf rund 8,5 Milliarden Euro. Durch die Beschlüsse der Koalition würden die Reserven der gesetzlichen Krankenversicherungen „schmelzen wie Schnee in der Sonne“.

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