Studie: Pestizide können Parkinson auslösen

Eine Studie aus Dresden zeigt nun, dass giftige Pflanzenschutzmittel Parkinson auslösen können. Wissenschaftler vermuteten schon seit geraumer Zeit, dass die mögliche Ursache von Parkinson auch von außen kommen könnte.

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Die Forscher aus Dresden entschlüsselten nun den Mechanismus, wie das Insektizid Rotenon die Symptome der Parkinson-Erkrankung auslöst und verstärkt. Wie "Welt Online" heute berichtete spielen besonders Nervenverbindungen zwischen Darm und Hirn eine wesentliche Rolle dabei. Diese neuen Erkenntnisse könnten ein wichtiger Schritt für neue Ansätze zur frühzeitigen Diagnose und Therapie der tückischen Zitterkrankheit sein. In der Zeitschrift „Nature Scientific Reports“ wurden nun die Ergebnisse der Dresdner Studie veröffentlicht.

Giftige Pflanzenschutzmittel können Parkinson auslösen

Wissenschaftler des Instituts für Anatomie an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus und der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden, sind nun dem Zusammenhang zwischen dem Insektizid Rotenon und der Parkinson-Symptome auf den Grund gegangen. Sie entschlüsselten den Mechanismus, mit dem das Pestizid die Symptome der Krankheit verstärkt und auslöst. Nervenverbindungen zwischen Darm und Hirn spielen dabei wohl eine wesentliche Rolle.

Bereits frühere Studien zeigten, dass die Krankheit auch Einflüsse von außen als Ursache haben muss. Auffallend deutlich zeigten diese Studien nämlich, dass besonders Menschen die in landwirtschaftliche Betrieben tätig waren und häufig Pestiziden ausgesetzt waren, häufiger an Parkinson erkrankten. Das Insektizid Rotenon ist nur in einigen Ländern zugelassen und verursacht, dass Nervenzellen im Darmtrakt das Protein Alpha-Synuclein ausschütten. Dieses Protein wird von den Nervenenden der Nervenzellen im Gehirn aufgenommen und zu den Zellkörpern transportiert. In genau diesen Zellkörpern lagert sich das Protein dann ab und zerstört die Zellen.

Neue Ansätze zur frühzeitigen Diagnose möglich

Für die Studie durchtrennten die Forscher im Darmbereich von Mäusen, die entscheidenden Nerven sodass das Protein die Neuronen des Mittelhirns nicht mehr erreichen konnte. Die Entdeckung der Forscher: Die Parkinson-Ähnlichen-Symptome nahmen ab. Sollte dieses Phänomen nun auch bei Parkinson-Patienten auftreten, sei dies laut dem Leiter der Studien, Francisco Pan-Montojo, ein wichtiger Schritt für neue Ansätze zur frühzeitigen Diagnose und Therapie der Krankheit.

Die Krankheit Parkinson

In Deutschland sind rund drei Prozent der Bevölkerung an Parkinson erkrankt. Vor allem ältere Menschen leiden an der Krankheit, die auch als Schüttelkrankheit bekannt ist und dennoch kann Parkinson auch bei jüngeren Menschen auftreten. Die Tücke der Krankheit ist vor allem das langsame Voranschreiten. Meist zeigt sie sich durch starre Muskeln, einem fast maskenhaften Gesichtsausdruck sowie zitternden Händen. Dieses Muskelzittern nennen Mediziner auch Tremor. Diese Symptome werden dadurch verursacht, dass Nervenzellen des Mittelhirns absterben und somit nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten können. Selbst bei dem kleinsten Verdacht ist der sofortige Besuch beim Arzt zu empfehlen, da sich die Symptome von Parkinson durch eine rechtzeitige Therapie schneller lindern und bessern lassen. Genauere Gründe für die Krankheitsursache gibt es derzeit noch nicht. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass die Krankheit durch eine genetische Vorbelastung die eine erhöhte Empfindlichkeit auf Umwelteinflüsse mit sich bringen könnte, ausgelöst wird.

Riechverlust kann erstes Anzeichen für Parkinson sein

Wie "Welt Online" im Sommer diesen Jahres berichtete, leiden rund 90 Prozent aller Parkinson-Patienten vor den Symptomen wie Inkontinenz, Verstopfung, Doppelt-Sehen, Impotenz und Gefühlsarmut, zuerst an einem Riechverlust. Heinz Reichmann, Professor für Neurologie in Dresden fand heraus, dass sich die Parkinson-Erkrankung am Geruchssinn erkennbar machen lässt. Durch diverse Versuche an Mäusen konnte er seine These im Sommer diesen Jahres erstmals bestätigen. In der Nase der Mäuse konnte er Lewy-Körperchen entdecken, welche typisch für die Parkinson-Erkrankung sind.

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