Wieviel Kalorien hat ein Döner wirklich?

Der Döner hat die Aufnahmeprüfung in Deutschland schon lange bestanden: Döner Kebab zählt neben Fast-Food-Klassikern wie Burger oder Currywurst zu einer der beliebtesten Schnellimbisse der Deutschen. Mit 215 Kalorien auf 100 Gramm genießt der Döner zudem den Ruf - im Gegensatz zu herkömmlichem Fast Food - ein eher gesunder Schnellimbiss zu sein. Oder ist der Fast-Food-Klassiker vielleicht sogar ungesund? Wie viele Kalorien enthält eine Portion Döner Kebab? Und was sind kalorienarme Döneralternativen? YAZIO klärt auf über Kalorien- und Nährwertangaben des Döners, seine Vor- und Nachteile sowie geschichtliche Hintergründe.

Genau wie Döner sind auch Lahmacuns sehr beliebt in Deutschland. Obwohl sie viel Weizenmehl enthalten, gehören sie eher zu den "leichten" Fastfood-Arten. Ein Döner besteht aus einer Teigtasche sowie der Füllung mit Salat, Fleisch und Soße. Insgesamt bringt es ein Döner auf rund 215 Kalorien pro 100g . Das macht rund 774 Kalorien für einen normalen Döner. Hinzu kommen rund 54 Gramm Fett. photocase.com © kesmen

Ein Döner besteht aus einer Teigtasche sowie der Füllung mit Salat, Fleisch und Soße. Insgesamt bringt es ein Döner auf rund 215 Kalorien pro 100 Gramm (Kalorien Döner). Für einen normalen Döner Kebab, der durchschnittlich 360 Gramm wiegt, macht das stolze 774 Kalorien. Eine Portion Döner enthält in etwa 54 Gramm Fett, was aus prozentualer Sicht bedeutet, dass ein Döner zu über der Hälfte aus Fettkalorien besteht. Das ist nicht wenig, aber im Vergleich zu Pommes (Kalorien Pommes) oder Salamipizza (Kalorien Salamipizza) hat der Döner weniger Kalorien. Durch den hohen Anteil an Salat und Joghurtsauce in der Füllung bringt er viel wertvolles Eiweiß und Vitamine mit. Und was das Fleisch angeht, so ist der Döner mit Putenfleisch relativ fettarm. Von den vielen Möglichkeiten sich mit Fastfood zu ernähren, ist der Döner sicher noch eine der gesündesten Varianten. Der bei uns so typische Döner im Fladenbrot ist in der Türkei unbekannt, hier ist ein Döner ein Gericht ohne Brot und dafür mit Reis und Salat. Aufgrund seiner hohen Kalorienmenge sollte der Döner jedoch auch als Hauptmahlzeit und nicht als Zwischensnack betrachtet werden.

Döner ist nicht gleich Döner - der Döner im Kalorien- und Nährwertvergleich

Döner ist nicht gleich Döner: Viele Imbissbuden bieten nicht mehr nur den klassischen Döner an, sondern auch vielfältige Kompositionen wie Hähnchen-Döner, vegetarischen Döner öder Döner-Pizza. Jede Döner-Variation bringt auch unterschiedliche Nährwert- und Kaloriengehalte mit sich, die sich in Abhängigkeit der verwendeten Zutaten voneinander unterscheiden.

In der folgenden Tabelle haben wir einmal aufgeführt, wie sich die einzelnen Dönervarianten in ihren Nährwert- und Kalorienangaben voneinander unterscheiden.

Döner-Varianten im Kalorien- und Nährwertvergleich
Portion 360 g Kalorien (kcal) Eiweiß (g) Fett (g) Kohlenhydrate (g)
Döner Kebab 774 90,0 54,0 12,6
Vegetarischer Döner 385 26,6 8,6 70,9
Hähnchen Döner 598 46,4 9,4 79,9
Dürüm Döner 634 43,2 36,0 90,0
Döner mit Pommes Frites 828 18,0 54,0 36,0
Lahmacun 990 34,2 50,0 100,4

Fleischsorte
Die Energiedichte eines Döners ist natürlich abhängig vom gewählten Dönerfleisch, das mit unterschiedlichen Kalorien zu buche schlägt. Es ist zu unterscheiden zwischen Sorten wie Hammel- und Lammfleisch, Kalb- und Rindfleisch sowie sehr mageren Fleischsorten, zu denen Pute und Hähnchen zählen. Ein Hähnchen-Döner enthält beispielsweise weniger Kalorien als ein Döner mit Hammelfleisch. Für Vegetarier gibt es mittlerweile auch eine Alternative zu Fleisch: Im vegetarischen Döner wird das Fladenbrot zum Beispiel mit Grill-Kartoffeln oder den so genannten Falafel, den Kichererbsenbällchen, gefüllt. Dadurch schlägt der vegetarische Döner im Allgemeinen mit deutlich weniger Kalorien zu buche als viele seiner Fleischpendants.

Soße
Das Spektrum an Dönersoßen reicht von kalorienarmen Soßen wie Joghurt- und Kräutersoße über Soßen wie Knoblauchsoße und Spezialsoße, die sehr reich an Kalorien sind.

Gemüse
Auch in Punkto Gemüse können Fast-Food-Liebhaber aus verschiedenen Salaten und Gemüsesorten auswählen: Egal ob Eisbergsalat, Rotkohl, Weißkohl, Tomaten, Gurken oder Zwiebeln – beim Gemüse müssen Verbraucher nicht auf die Kalorien achten, sondern können kräftig zuschlagen!

Beilagen und Zugaben
In der Türkei wird der Döner klassisch mit Reis serviert, hierzulande geht das Fleisch vom Drehspieß traditionell im Fladenbrot über die Theke. Mittlerweile zeigt sich jedoch auch auf der Speisekarte der deutschen Imbissbuden eine breite Auswahl an Beilagen. In Döner-Boxen werden beispielsweise Pommes Frites, Reis, Kartoffeln oder Brot als Beilage angeboten. Dem Kalorienkonto einer Dönerbox werden somit nicht nur die Kalorien des Döners, sondern auch die Kalorien der Beilagen gutgeschrieben. Um aus dem Fast Food keine Kalorienbombe werden zu lassen, empfiehlt sich bei der Beilage auf natürliche, das heißt möglichst unverarbeitete und kalorienarme Varianten wie Kartoffeln zurückzugreifen. Meist wird das Dönerfleisch samt Salat klassisch in eine Pide, das heißt in ein mehrere Zentimeter dickes, aufgeschnittenes Fladenbrot gefüllt. Neben dieser Variante findet sich im Angebot der Dönerbuden aber auch der so genannte „Dürüm Döner“, bei dem die Zutaten auf einen sehr dünnen Teigfladen aus Yufkateig gegeben und dann zu einer Dönerrolle gerollt werden. Der Dürüm Döner auch über mehr Kalorien verfügt als ein normaler Döner. Beim Lahmacun hingegen, der „türkischen Pizza“, wird das gebackene Fladenbrot zunächst mit einem Marinadenmix bestrichen und dann mit den Zutaten gefüllt. Generell enthalten Lahmacun und Yufka aufgrund der Zubereitungsweise mehr Kalorien und Fett als das traditionelle Fladenbrot.

Häufig können Dönerliebhaber bei den Zugaben noch zwischen Schafskäse und Oliven wählen. Auch hier sollten Verbraucher überdenken, dass Döner bereits ohne diese kalorienhaltigen Beigaben eine sehr kalorienreiche und mächtige Kost ist.

Mit Sport die Döner-Kalorien wieder verbrennen

Um einen Döner (Portion von 360 g) mit rund 770 Kalorien wieder zu verbrennen, musst Du

  • 82 Minuten Joggen
  • 123 Minuten Schwimmen
  • 93 Minuten Radfahren
  • 148 Minuten Badminton spielen

Der Döner im Pro-Contra-Vergleich

PRO Döner CONTRA Döner
enthält kalorienarmes Gemüse und Rohkost hoher Fettanteil durch fettreiche Saucen und Fleisch
viele Ballaststoffe, Vitamine und Spurenelemente durch Gemüse und Rohkost enthält durch fettreiche Saucen und Fleisch viele Kalorien
hochwertiges Eiweiß im Fleisch teilweise sehr große Portionen
lange sättigend durch Eiweiß-Kombination von Gemüse und Fleisch Fladenbrot ist Weißbrot und enthält dadurch "leere" Kohlenhydrate, die auch zum Dickmacher werden können
gesündestes unter den Fast-Food-Lebensmitteln  
zeitsparend (Einkauf, Zubereitung und Abwasch fallen weg)  
überall verfügbar (viele Dönerimbisse in Deutschland)  

Ist ein Döner geeignet, um abzunehmen?

Döner ist per se kein Lebensmittel, das dick macht. Mit den richtigen Zutaten versehen kann die türkische Spezialität sogar die Gewichtsabnahme unterstützen. Abnehmwillige sollten beim Verzehr des Fast Foods eher auf magere Fleischsorten zurückgreifen, große Portionen Gemüse und Joghurt- statt fettreicher Saucen wählen, um Kalorien einzusparen. Auch ist bei den Portionen auf die richtige Größe zu achten: Eine Dönerrolle, der so genannte „Dürüm Döner“ ist meist sehr mächtig und reich an Kalorien. Er kann daher zum Beispiel auf zwei Mahlzeiten verteilt werden. In vielen Dönerläden gibt es außerdem die Option, Kinder-Portionen zu wählen. Meist sättigen diese Portionsgrößen genauso gut, enthalten aber deutlich weniger Kalorien. Diätwilligen empfiehlt sich darüber hinaus auch die so genannte „Low Carb“-Döner-Variante, das heißt den Döner auch mal ohne das klassische „Fladenbrot“ zu verzehren, denn das enthält viele leere Kohlenhydrate. Die Kombination aus Dönerfleisch und Gemüse hingegen ist sehr eiweiß- und ballaststoffreich, kalorienarm und lange sättigend – Döner ohne Fladenbrot erfüllt also die optimalen Bedingungen für eine gesunde Hauptmahlzeit während einer Diät.

Geschichte des Döners

Die Zubereitung von Döner hat eine sehr lange Tradition. Aufzeichnungen zeigen, dass es bereits im 19. Jahrhundert im Osmanischen Reich üblich war, Fleisch zu grillen und in Fladenbrot zu servieren. Die traditionelle Zubereitung am Drehspieß kam jedoch erst etwas später auf: Angeblich soll der Koch Hamdi in Kastamonu die typische Zubereitungsweise erfunden haben. Er schichtete mariniertes Fleisch konisch auf einen senkrecht stehenden Spieß und grillte es auf Eichenholzkohle. Hamdis Rezept zufolge wurde der Döner mit Petersilie und Zwiebeln serviert und nach Belieben um Beilagen wie Reis oder Gemüse wie Tomaten und Gurken ergänzt. Den klassischen Namen „Döner Kebab“ erhielt das beliebte Fast Food jedoch wahrscheinlich erst etwas später in der türkischen Stadt Bursa. Dort soll der Restaurantbesitzer Iskender den so genannten „Iksender Kebab“ geprägt haben, mit gegrilltem Hammelfleisch, Joghurt und Fladenbrot.

Etwa zeitgleich mit der Dönerspießtradition in der Türkei etablierte sich jedoch auch in der arabischen und in der griechischen Küche mit Speisen wie „Schawarma“ oder „Gyros“ die Zubereitungsweise, Fleisch an einem Drehspieß zu grillen. Aus diesem Grund ist noch unklar, ob der „senkrechte Fleischspieß“ tatsächlich in der Türkei erfunden wurde.

Erzählungen nach wurde die erste deutsche Dönerbude zu Beginn der 1970er Jahre in der Berliner Innenstadt eröffnet. Laut dem Verein türkischer Döner-Hersteller soll ein türkischer Einwanderer namens Nurman den Pionier-Imbiss am Bahnhof Zoo gegründet haben. Das Fast Food hat sich heutzutage als einer der beliebtesten Imbisse in Deutschland etabliert. Mittlerweile werden hierzulande pro Tag in etwa 200 bis 300 Tonnen Döner hergestellt, was umgerechnet täglichen 2 Millionen verkauften Exemplaren entspricht. In Deutschland gibt es rund 16.000 Dönerbuden, die im Jahr 2011 einen Umsatz von fast 3,5 Millionen erwirtschafteten.

Diskussion

Ähnliche Beiträge