Fasten

Fasten soll Körper und Seele reinigen und zu einem völlig neuen Lebensgefühl beitragen. Schon seit tausenden von Jahren wird diese Praxis angewandt. Wir haben das Phänomen Fasten für dich unter die Lupe genommen und erklären dir, wie man richtig fastet und was man alles beachten muss. Und kann Fasten eigentlich beim Abnehmen helfen? Unser umfangreicher Diättest gibt Antworten auf diese und viele andere Fragen rund um den temporären Nahrungsverzicht, seine wissenschaftliche Bewertung und langfristige Erfolgschancen.

Krankenkassen sind nicht mehr dazu verpflichtet, die Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente zu übernehmen. photocase.com © claudiaarndt
Inhaltsverzeichnis

Übersicht

Fasten bezeichnet die freiwillige, vorübergehende Einschränkung der Nahrungszufuhr beziehungsweise den völligen Verzicht auf Nahrung. Abgeleitet von dem mittelhochdeutschen Wort „vaste“ heißt es so viel wie „befestigen“. Fastende tragen der Wortbedeutung nach also zur Stabilität ihres Körpers bei.

Gefastet werden kann aus den unterschiedlichsten Gründen. Früher wie heute verfolgen die Menschen meist religiöse Motive, immerhin spielt das Fasten seit mehr als 2500 Jahren in allen Religionen eine Rolle. Allerdings haben sich die Fastenregeln in der Geschichte der Religion und Medizin immer wieder verändert. Zunehmend dient der Nahrungsverzicht auch der Rückbesinnung auf sich selbst oder einer Gewichtsreduktion. Wenn man fasten möchte, gilt ein freiwilliger teilweiser oder völliger Entzug von Speisen, Getränken und Genussmitteln. Ziel des Fastens ist es, den Darm zu reinigen und zu entlasten. So soll man nicht nur die Befindlichkeit verbessern und das Wohlbefinden steigern, sondern auch verschiedene Erkrankungen lindern können. Zusätzliche gesundheitliche Vorzüge bestehen in der Entlastung von Herz und Kreislauf, der Straffung von Haut und Gewebe sowie der Senkung der Blutfettwerte. Beim Fasten bezieht der Körper seine Energie aus den körpereigenen Nahrungsdepots. So soll möglichst wenig Energie für den Stoffwechsel verwendet und die inneren Selbstheilungskräfte aktiviert werden.

Evolutionsbedingt sind Menschen in der Lage, für eine bestimmte Zeit ohne feste Nahrung zu überleben. Man kann sich dabei entweder auf eine bestimmte Lebensmittelgruppe beschränken oder ganz auf Lebensmittel verzichten. Je nach Fastenkur nimmt man lediglich Kräutertee, Säfte, Gemüsebrühe oder Wasser zu sich. Auf Nikotin, Alkohol, Süßigkeiten oder andere Genussmittel müssen die Fastenden vollständig verzichten. Es ist außerdem wichtig, sich auf die Bedürfnisse des Körpers einzustellen. Je nach Befinden kann man sich eher ausruhen oder auch sportlich aktiv werden.

Wir haben uns das Fasten einmal genauer angesehen und hinsichtlich der Durchführung, der Umsetzung im Alltag, der Wissenschaftlichkeit, der Integration von Bewegung & Sport sowie der langfristigen Wirkung untersucht.

Vorteile

  • Reinigung und Entlastung des Körpers
  • Unterstützung bei der Umstellung auf einen gesünderen Ernährungsstil  

Nachteile

  • extrem viel Disziplin und Ehrgeiz nötig
  • eingeschränkte Nährstoffversorgung  

Erlaubt

  • Wasser, Kräutertee, Gemüsebrühe, Saft
  • leichte Bewegungseinheiten
  • sich Ruhe gönnen  

Nicht erlaubt

  • feste Nahrung
  • Nikotin und Alkohol
  • zu viel Stress  

Gesamtbewertung

bewertet mit 2 von 5 Sternen

  • Vorgehensweise
  • Umsetzung im Alltag
  • Wissenschaftlichkeit
  • Berücksichtigung von Sport
  • Langfristige Wirkung

Vorgehensweise

bewertet mit 3 Sternen

Gesundes Fasten bedeutet nicht, einfach mit dem Essen aufzuhören. Es bedarf einer guten Einführung und die Befolgung bestimmter Regeln, um richtig und gesund zu fasten. Idealerweise sollte man mindestens eine Woche vor Beginn des Fastens konkrete Vorbereitungen einleiten. Dies beinhaltet nicht nur den Kauf notwendiger Lebensmittel sowie Zusatz- und Hilfsmittel, z. B. für die Darmreinigung. Es gilt auch, sich seelisch auf den Prozess einzustimmen. Gerade in der Woche vor der Kur sollte Ruhe einkehren. Man kann zwar weiterarbeiten, jedoch sollte man versuchen, diese Arbeitstage oder -wochen – wenn möglich – stressfrei zu gestalten. Weiterhin empfehlen wir, bereits in der Vorbereitung auf das Fasten die Nahrungsmittelaufnahme zu drosseln. Am Tag direkt vor dem eigentlichen Beginn ist es ratsam, bei der Lebensmittelzusammenstellung ein paar Regeln zu beachten. Während man auf fettige Lebensmittel und Fleisch verzichten sollte, sind Obst, Gemüse und Milchprodukte zu präferieren – leichte Kost also, die das Verdauungssystem von der normalen Nahrung entwöhnen soll. Die Kalorienzufuhr sollte auf 1.500 bis 2.000 kcal beschränkt werden. Bereits an diesem Tag sollte man die Flüssigkeitszufuhr erhöhen. Der erste Fastentag dient der Entlastung. Zu Beginn des Fastens ist deshalb eine gründliche Darmentleerung empfehlenswert, da ein leerer Darm auch das Hungergefühl reduziert. Zu diesem Zweck sollte man am besten einen Arzt oder Apotheker zu Rate ziehen. Auf diese Weise kann sich der Energiestoffwechsel umstellen und sich der Körper eigener Reserven bedienen. Es ist ein eher anstrengender Tag, muss sich der Organismus doch erst auf die „innere“ Ernährung umstellen. Am besten gönnt man sich an diesem Tag verstärkt Ruhe, erledigt nur kleinere Arbeiten oder tut einfach mal gar nichts. Während des Fastenprozesses ist es wichtig, ausreichend viel zu trinken, mindestens drei Liter pro Tag sind Pflicht. Ab und an ein Glas Wasser hilft zudem, den Hunger zu unterdrücken. Zur Auswahl stehen weiterhin verschiedene Kräuterteesorten, verdünnte Säfte und Gemüsebrühe. Ab dem zweiten Tag sollte man sich wieder mehr bewegen. Ein längerer Spaziergang oder Gymnastikübungen können die Fastenden als kurze Sporteinheiten nutzen. In den Fastentagen muss man übrigens nicht auf die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben verzichten. Ein Kinobesuch oder ein Fernsehabend mit Freunden kann eine nette Ablenkung sein. Weniger zu empfehlen sind jedoch Partys oder Restaurantbesuche. Hier ist die Versuchung besonders in den ersten Tagen einfach zu groß. Der dritte Tag ist für viele Fastende der schlimmste. Der Körper hat sich umgestellt und mit den größten Entzugserscheinungen zu kämpfen. Zu diesem Zeitpunkt können beim Fasten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Kreislaufschwäche auftreten. Häufig sind diese Probleme jedoch am nächsten Tag wieder überwunden. Tipp: Nicht bei den ersten Rückschlägen aufgeben, sondern den Mut haben, weiterzumachen. Auch am dritten Tag ist Bewegung wichtig. Ein Spaziergang oder eine Wanderung unterstützen die Leber und andere Organe bei ihrer Arbeit. Wie lange kann man fasten? Für Einsteiger sind sechs bis acht Tage bereits vollkommen ausreichend. Erfahrene Faster können bis zu zwei Wochen problemlos durchhalten. Längere Kuren werden nur zur Behandlung spezieller Krankheiten empfohlen. Ein Gewichtsverlust tritt bei längerem Fasten allerdings nur noch in geringem Maße ein.  Nach der Kur ist es wichtig, den Körper wieder langsam an die Nahrung zu gewöhnen. Das sogenannte Fastenbrechen signalisiert den Zeitpunkt, an dem die bewusste Entscheidung zur ersten Nahrungsaufnahme erfolgt. Klassischerweise wird das Fastenbrechen mit einem Apfel vollzogen. Bei der ersten Aufnahme fester Nahrung sollte man besonders lange kauen. Es kann sein, dass die Fastenden bereits nach einem halben Apfel gesättigt sind. Wer nicht radikal fasten will, kann temporär auch auf bestimmte Genussmittel verzichten. Viele Menschen verzichten zum Beispiel für einen gewissen Zeitraum auf Süßigkeiten, Alkohol oder Zigaretten.

Umsetzung im Alltag

bewertet mit 2 Sternen

Grundsätzlich ist es jedem Menschen möglich, zu fasten. Bestimmte Gruppen sollten sich jedoch während dieser besonderen Art von „Diät“ von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten lassen: Dazu zählen junge (unter 20 Jahre) und alte (über 65 Jahre) Menschen, sowie Menschen mit Typ-1-Diabetes, mit seelischen Störungen oder einem hohen Stresslevel. Patienten, die bis vor Kurzem an einer schweren Krankheit litten, regelmäßig Medikamente gegen chronische Erkrankungen oder Blutgerinnungshemmer einnehmen, sollten eine Fastenkur ebenfalls nur unter ärztlicher Betreuung durchführen. Empfehlenswert ist, bei bestimmten Erkrankungen sogar Abstand vom radikalen Nahrungsverzicht zu nehmen. Das ist unter anderem bei Krebserkrankungen, schweren Herzleiden, Tuberkulose oder Arteriosklerose der Fall. Auch für Schwangere und Stillende ist Fasten nicht zu empfehlen. Während des Fastens kann man weiterhin seiner beruflichen Tätigkeit nachgehen. Für den Körper bedeutet es jedoch eine größere Anstrengung, da er nicht so stark belastbar ist. Vor allem in den ersten drei Tagen raten wir deshalb dazu, Urlaub zu nehmen. Fasten in den Alltag zu integrieren fällt teilweise schwer. So verlangen gemeinsame Restaurantbesuche mit Freunden oder nächtliches Ausgehen ein hohes Maß an Disziplin ab. Grundsätzlich sollte man sich in dem geplanten Fastenzeitraum nämlich mehr Ruhe gönnen als sonst. Die Kosten für Lebensmittel werden bis auf ein Minimum reduziert, da man kaum einkaufen muss. Um mehr Abwechslung in die kleine Auswahl an Flüssigkeiten zu bekommen, sollte man verschiedene Kräuterteesorten ausprobieren, das Gleiche gilt für die Säfte. Zusätzliche Kosten könnten allerdings durch die Betreuung durch einen Arzt oder Heilpraktiker entstehen.

Wissenschaftlichkeit

bewertet mit 2 Sternen

Grundsätzlich ist es jedem Menschen möglich, zu fasten. Bestimmte Gruppen sollten sich jedoch während dieser besonderen Art von „Diät“ von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten lassen: Dazu zählen junge (unter 20 Jahre) und alte (über 65 Jahre) Menschen, sowie Menschen mit Typ-1-Diabetes, mit seelischen Störungen oder einem hohen Stresslevel. Patienten, die bis vor Kurzem an einer schweren Krankheit litten, regelmäßig Medikamente gegen chronische Erkrankungen oder Blutgerinnungshemmer einnehmen, sollten eine Fastenkur ebenfalls nur unter ärztlicher Betreuung durchführen. Empfehlenswert ist, bei bestimmten Erkrankungen sogar Abstand vom radikalen Nahrungsverzicht zu nehmen. Das ist unter anderem bei Krebserkrankungen, schweren Herzleiden, Tuberkulose oder Arteriosklerose der Fall. Auch für Schwangere und Stillende ist Fasten nicht zu empfehlen. Während des Fastens kann man weiterhin seiner beruflichen Tätigkeit nachgehen. Für den Körper bedeutet es jedoch eine größere Anstrengung, da er nicht so stark belastbar ist. Vor allem in den ersten drei Tagen raten wir deshalb dazu, Urlaub zu nehmen. Fasten in den Alltag zu integrieren fällt teilweise schwer. So verlangen gemeinsame Restaurantbesuche mit Freunden oder nächtliches Ausgehen ein hohes Maß an Disziplin ab. Grundsätzlich sollte man sich in dem geplanten Fastenzeitraum nämlich mehr Ruhe gönnen als sonst. Die Kosten für Lebensmittel werden bis auf ein Minimum reduziert, da man kaum einkaufen muss. Um mehr Abwechslung in die kleine Auswahl an Flüssigkeiten zu bekommen, sollte man verschiedene Kräuterteesorten ausprobieren, das Gleiche gilt für die Säfte. Zusätzliche Kosten könnten allerdings durch die Betreuung durch einen Arzt oder Heilpraktiker entstehen.

Berücksichtigung von Sport

bewertet mit 2 Sternen

Während des Fastens gibt es keine allgemeingültigen Empfehlungen für Sport und Bewegung. Die Bewegungsintensität sollte man jedoch einzig und allein vom körperlichen Befinden abhängig machen. Grundsätzlich sind kurze Bewegungseinheiten wie Spaziergänge, Wanderungen, leichtes Joggen oder Gymnastikübungen zu empfehlen. Beim Fasten ist es vor allem wichtig, auf seinen eigenen Körper zu hören. Macht man sonst auch regelmäßig Sport, so kann man dies beim Fasten auch weiterhin tun.

Langfristige Wirkung

bewertet mit 2 Sternen

Fasten ist zeitlich begrenzt. Eine fünftägige Fastenkur lässt sich meist problemlos durchführen. Darüber hinausgehende Fastenzeiträume sollten bei Einsteigern nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden. Auch Unerfahrene können so bis zu acht Tagen ohne Probleme durchhalten. Geübte Fastende stehen bis zu zwei Wochen durch. Während des radikalen Nahrungsentzugs kommt es zu einem drastischen Gewichtsverlust. Wird die Ernährungsweise jedoch nicht geändert, sind die Pfunde danach schnell wieder drauf. Der berüchtigte Jo-Jo-Effekt tritt ein. Im Fasten liegt jedoch eine besondere Chance für Menschen, die abnehmen wollen. Der Magen hat sich in der Fastenzeit stark zusammengezogen. Ein Sättigungsgefühl tritt danach bedeutend schneller ein und ist viel stärker spürbar. Wenn man versucht, nach dem Fasten bewusster auf die Bedürfnisse seines Körpers einzugehen, kann Fasten zu einem langfristigen Gewichtsverlust beitragen. Doch lässt sich mit Fasten nicht nur abnehmen. Es gibt zahlreiche Erkrankungen, bei denen Fasten eine positive Wirkung entfalten soll. Es wird vor allem bei Darmproblemen und -störungen, Allergien, Bluthochdruck und Migräne empfohlen. Auch bei Neurodermitis, anderen Hautkrankheiten, Rheuma, multipler Sklerose, Fettstoffwechselstörungen oder Typ-2-Diabetes soll es entscheidend zur Genesung beitragen können.

Unser Fazit

Fasten reinigt Körper und Seele und kann helfen, sich wieder wohl in seiner Haut zu fühlen. Der Zeitraum des Nahrungsentzugs bedeutet für den Körper jedoch eine starke Schwächung und kann mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden sein. Auch erfordert es ein extrem hohes Maß an Disziplin, das Fasten durchzuhalten. Man muss sich körperlich und seelisch vollkommen darauf einlassen und deshalb besonders als Ungeübter viel Zeit investieren. Gefährlich wird eine Kur dann, wenn man sie ohne Aufsicht eines Arztes oder Heilpraktikers über einen längeren Zeitraum hinweg durchführt. Gesundes Fasten unter Aufsicht und der Befolgung bestimmter Regeln ist ein guter Weg für eine Umstellung zu einer ausgewogenen Ernährungsweise. Fasten sollte aber nicht als direkter Weg zum Abnehmen verstanden werden, obwohl es natürlich einen Gewichtsverlust zur Folge hat. Dieser ist jedoch nur von kurzer Dauer. Wirklich abnehmen kann man nur im Anschluss an das Fasten, indem man bewusster auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers eingeht und die Fastenerfahrung nutzt, um danach einen gesünderen Lebensstil zu erreichen.

Gesamtbewertung

bewertet mit 2 von 5 Sternen

  • Vorgehensweise
  • Umsetzung im Alltag
  • Wissenschaftlichkeit
  • Berücksichtigung von Sport
  • Langfristige Wirkung

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